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Hunsrücker Erbseneintopf mit Sauerkraut

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Die Vorgehensweise beim Kochen von diesem Hunsrücker Erbseneintopf ist ähnlich der beim Linseneintopf: Zuerst werden die Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht, meist gebe ich noch einen Schluck Apfelessig als „Starter“ dazu. Dadurch werden die Hülsenfrüchte bekömmlicher.

Am nächsten Morgen oder Mittag, wann auch immer du den Eintopf zubereitest, werden die Erbsen gut abgespült. Mit Erbsen hatte ich noch weniger Glück als mit Linsen: Oft wurden sie selbst bei langen Kochzeiten nicht gar. So hatte ich matschiges Gemüse, aber bissfeste Erbsen 😠. Deshalb koche ich sie separat und gebe sie erst am Ende der Kochzeit dazu.

Je mehr ich mich mit traditionellen Rezepten beschäftigt habe, desto häufiger stellte ich fest, dass es zu jeder Mahlzeit zumindest eine fermentierte Beilage gab. In diesem Fall ist es das Sauerkraut, das bei uns als „Darmbesen“ bekannt ist 🙃.

Zutaten

500 g grüne Erbsen, ungeschält

4 große Kartoffeln

ca. 500g Karotten

1 Stange Lauch

ein Stück Knollensellerie

1 Glas Rinderbrühe

Majoran

2-3 TL Gemüsebrühe

Salz

Pfeffer

Zum Servieren

Sauerkraut

Anleitung

Zunächst werden die Erbsen in ein Sieb abgeschüttet und gründlich mit klarem Wasser abgespült, solange, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Dann die Erbsen in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Wichtig ist, dass das Wasser nicht gesalzen wird. Die Erbsen in kaltem Wasser aufkochen und dann leicht köcheln lassen, bis sie durch sind. Je nach Sorte kann das zwischen 25 und 35 Minuten dauern. Ungeschälte Erbsen brauchen in der Regel länger als geschälte Erbsen.

In der Zwischenzeit das Gemüse würfeln und dann in Butterschmalz anbraten, bis es duftet. Anschließend die Gemüsebrühe, den Majoran und die Rinderbrühe dazugeben. Alles aufkochen und dann bei schwacher Hitze für 15 Minuten simmern.

Wenn die Erbsen durch sind, diese zu dem Gemüse geben und alles zusammen aufkochen. Jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Serviert wird der Erbseneintopf mit einem Löffel frischem Sauerkraut.

Wem die Variante mit dem Sauerkraut nicht zusagt, der kann auch 4 durchwachsene Mettwürstchen am Ende der Kochzeit dazugeben.

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Steckrübeneintopf mit viel frischem Gemüse

Steckrübeneintopf

Der Winter 1916 war ein sehr rauer Winter und ging als Steckrüben-Winter in die Geschichte ein. Es herrschte Krieg und die Steckrübe wurde somit zu einem der Grundnahrungsmittel, von dem sich sehr viele Menschen ernährten. Häufig wurde sie zu einem Steckrübeneintopf verkocht, der kostengünstig, aber sättigend war.

Damit ist die Steckrübe natürlich kein trendiges Gemüse, gelten die Kohlrüben doch als Arme-Leute-Essen. Zu unrecht fristet sie ihr Dasein in der Gemüseabteilung, denn sie steckt voll von wichtigen Nähstoffen. Neben Kalium, Calcium und Schwefel besitzt die Steckrübe mit den Vitaminen E und K wichtige Vitamine und Spurenelemente.

Ich bin keine Ausnahme, wenn es darum geht, die heimische Steckrübe in der Küche zu verwenden. Bisher hatte ich mich noch nicht an dieses Kohlgemüse herangewagt, aber meistens ist diese Hemmschwelle überschritten, sobald das erste Gericht geglückt ist.

Eintöpfe gehören ja sowieso zu meinen Lieblingsgerichten, denn ich verwende darin viel frisches Gemüse und mit wenigen Zutaten kann man ein schmackhaftes Gericht zaubern, das auch lange satt hält. Zudem lassen sie sich super vorbereiten und schmecken aufgewärmt oft noch besser als frisch. So entstand die Idee zu diesem Steckrübeneintopf.

Wer auf Fleisch verzichtet, der kann den Kassler getrost weglassen, denn meine Befürchtung, dass es ohne ihn eher fad schmecken würde, hat sich absolut nicht bestätigt. Ich hatte eine sehr dicke Steckrübe, die einen kräftigen Geschmack hat. Wer einen milden Geschmack bevorzugt, der sollte auf kleinere Steckrüben setzen.

Hier das Rezept:


Zutaten für 8 Personen:

1 große Steckrübe (ca. 1200g)

5 Karotten

1 Stange Lauch

8 kleine Kartoffeln

3 Zwiebeln

1 Pastinake

600g Kassler (optional)

1 Klecks Schmand zum Servieren

1 EL Butterschmalz

Salz

Pfeffer

2 EL Gemüsebrühe

Zubereitung:

Schäle die Zwiebeln und zerhacke diese grob. Dünste diese dann in heißem Butterschmalz an und gib’ nach und nach das restliche in Würfel geschnittenen Gemüse dazu. Röste alles an, bis das Gemüse duftet und lösche dann alles mit ungefähr einem Liter Wasser ab.

Gib’ nun die Gemüsebrühe hinzu und lass’ alles für etwa 25-30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln, bis das Gemüse bissfest ist. Wenn du den Eintopf mit Kassler zubereitest, dann füge etwa 15 Minuten vor Ende der Kochzeit den in Würfel geschnittenen Kassler hinzu.

Solltest du mit der Konsistenz des Eintopfs nicht zufrieden sein, dann schütte noch etwas Wasser dazu. Schmecke alles mit Salz und Pfeffer ab. Serviere den Eintopf mit einem Klecks Schmand.

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Hunsrücker Linseneintopf nach Großmutters Art

Linseneintopf nach Großmutters Art
Ballaststoffe

Eines meiner absoluten Lieblingsgerichte ist der Linseneintopf. Er erinnert mich immer an Tage, die ich bei meiner Oma verbringen durfte. Schon damals liebten meine Geschwister und ich den Duft von Apfelpfannkuchen und Waffeln. Beides sind hier im Hunsrück beliebte Beilagen, die zu Eintöpfen und Suppen serviert werden.

Egal, wer das Gericht kocht, oder welches Kochbuch man studiert, oftmals findet sich der Hinweis, die Linsen über Nacht einzuweichen. Der Sinn dahinter hat sich mir nie so ganz erschlossen, denn selbst nach dem Einweichen waren die Linsen steinhart und oftmals gelang es mir nicht, sie weich zu kochen.

Erst als ich mich aufgrund der Nahrungsmittelunverträglichkeiten meiner Kinder mit dem Thema Bekömmlichkeit befasste, verstand ich, warum dieser Schritt so wichtig war: Pflanzliche Lebensmittel mögen es nicht so gerne, von uns Menschen verspeist zu werden. Deshalb bilden sie natürliche Stoffe, wie zum Beispiel Lektine und Phytinsäure, die sie weniger bekömmlich für uns Menschen machen, also sie vor Fressfeinden schützen sollen.Clever, oder?!

Wir können durch Einweichen, Fermentieren, oder Sprossen einen Großteil dieser Antinährstoffe abbauen und Hülsenfrüchte, wie die Linsen, besser verträglich für uns machen. Das anschließende Kochen eliminiert noch einen weiteren Teil der schwer verdaulichen Lektine.[1] Auch clever 😎.

Oft gebe ich noch einen Schluck Apfelessig als „Starter“ zum Einweichwasser dazu. Wichtig ist, dass die Linsen nach dem Einweichen kräftig ausgespült werden, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Erst dann koche ich sie.

Hier mein Rezept für den Linseneintopf nach Großmutters Art

Zutaten

500 g (Berg –) Linsen über Nacht einweichen.

4 große Karotten

3 Kartoffeln

2 Pastinaken

1 Stange Lauch

1 Stück Knollensellerie (ca. 125g)

1 Glas Knochenbrühe (ca. 400g) (vegane Alternative: 1 Dose passierte Tomaten)

3 TL Gemüsebrühe

1 Lorbeerblatt

Tomatenmark

Salz

Pfeffer

Schinkenwürfel (nach Belieben)

Zubereitung:

Brate zunächst die Schinkenwürfel in Butterschmalz an. Solltest du deinen Eintopf ohne Schinkenwürfel machen, brate das Gemüse an, bis es duftet. Schütte in der Zwischenzeit die Linsen in ein Sieb und wasche sie gründlich ab, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Gib dann die Linsen mit reichlich Wasser zum Gemüse dazu. Alles sollte mit Wasserbedeckt sein, da der Eintopf sonst zu steif wird. Koche das Gemüse und die Linsen mit dem Lorbeerblatt und der  Gemüsebrühe auf. Es ist wichtig, dass die Gemüsebrühe kein Salz enthält, da die Linsen sonst bissfest bleiben. Solltest du keine Gemüsebrühe ohne Salz haben, gibt diese am Ende der Kochzeit dazu.

Stelle den Herd jetzt so ein, dass der Eintopf nicht kocht, sondern nur simmert. Probier’ nach circa 25 Minuten, ob die Linsen durch sind, erst dann gebe ich die Rinderbrühe dazu und würze mit Salz, Pfeffer und etwas Tomatenmark.

Für eine schönere Konsistenz püriere ich etwa ein Drittel des Linseneintopf grob und serviere ihn mit einem Schluck Apfelessig, der gibt dem Ganzen eine angenehme Säure. Solltest du den Eintopf vorher abkühlen lassen und dann erst den Essig dazugeben, hilft er dir zusätzlich bei der Verdauung 😉.

[1] https://gundrymd.com/remove-lectins/