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Hunsrücker Wasserspatzen mit Speck-Sahne-Soße

Nach ewigen Zeiten – es sind schon etwas mehr als drei! Monate – komme ich mal wieder dazu, hier einen Blogbeitrag zu veröffentlichen. All meine guten Vorsätze für 2020 waren dank Corona erst einmal dahin. Es herrschte Ausnahmesituation in allen Bereichen, denn plötzlich waren wir zu fünft zu Hause und sollten trotzdem so gut als möglich arbeiten. Von Entschleunigung war da keine Rede.

Auch die schrittweise Lockerung führte bei mir eher zu Terminstress, als dass zumindest eine Art Routine einkehren konnte. Aber es scheint nicht nur mir so zu gehen, dass die jetzigen Umstände kräftezehrend sind. Vielleicht hätte ich zählen sollen, wie oft mir gegenüber in den letzten Wochen die Lust auf Süßes geäußert wurde. Jeder braucht im Moment Nervennahrung, gerade weil noch ungewiss ist, wie lange die jetzigen Umstände noch andauern.

Ich muss zugeben, dass ich trotz besserem Wissen auch öfters dem Drang nach Zucker nachgegeben habe. Bereut habe ich es relativ schnell, weil ich es einfach nicht vertrage – meine Haut sagt mir das dann sehr deutlich… Als ich dann heute noch gelesen habe, dass sich ein positiver Essenstrend gerade wieder umkehrt und vermehrt zu verarbeiteten Lebensmitteln gegriffen wird, dachte ich mir, dass das an sich ja gar nicht ungewöhnlich ist: In Zeiten der Krise braucht man Halt und Dinge, die einem vertraut sind.

Deshalb habe ich heute beschlossen, eines meiner Comfort-Foods zu kochen. Ohne Vollkorn, nicht fettarm, nicht paleo, vegetarisch, oder vegan – einfach ein Gericht, das mich an meine Kindheit erinnert und das immer lecker war: Wasserspatzen mit Speck-Sahne-Soße. Ernährungstechnisch der Vollkornvariante unterlegen, aber egal.

Hier das Rezept:


Zutaten für die Wasserspatzen:

900g Dinkelmehl 630

6 Eier

400-450g Mineralwasser (abhängig von der Größe der Eier)

Salz

Zutaten für die Speck-Sahne-Soße:

400ml Sahne

100g Bacon

3 Zwiebeln

Zubereitung:

Bereite die Wasserspatzen idealerweise am Morgen zu, indem du alle Zutaten mit einem Handrührgerät zu einem homogenen Teig verknetest. So kann das Mehl noch verquellen und die Wasserspatzen werden luftiger.

Bring am Mittag 3 Liter Wasser zum Kochen. Füg etwas Salz hinzu und reduziere dann die Temperatur etwas, sodass das Wasser nicht mehr kocht. Gib 10-12 Spatzen mit zwei Teelöffeln ins heiße Wasser. Sie sinken zunächst zu Boden, steigen dann aber an die Wasseroberfläche. Wenn sie oben schwimmen, warte noch etwas, sodass sie wirklich durch sind. Nimm sie mit einem Schöpflöffel aus dem Wasser und gib die nächste Portion ins Wasser.

Während du die Wasserspatzen kochst, kannst du die gehackten Zwiebeln und den kleingeschnittenen Bacon in einer Pfanne anbraten. Lösch mit der Sahne ab, sobald die Zwiebeln glasig sind und der Bacon knusprig ist. Koch die Soße auf mittlerer Hitze, bis sie schön cremig ist. Salz ist nicht nötig, weil der Bacon ausreichend Salz enthält.

Serviere die Wasserspatzen mit der Speck-Sahne-Soße und frisch gehacktem Schnittlauch. Alternativ gibt es bei uns eingekochtes Obst dazu.

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Hunsrücker Erbseneintopf mit Sauerkraut

erbseneintopf_hunsrueck

Die Vorgehensweise beim Kochen von diesem Hunsrücker Erbseneintopf ist ähnlich der beim Linseneintopf: Zuerst werden die Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht, meist gebe ich noch einen Schluck Apfelessig als „Starter“ dazu. Dadurch werden die Hülsenfrüchte bekömmlicher.

Am nächsten Morgen oder Mittag, wann auch immer du den Eintopf zubereitest, werden die Erbsen gut abgespült. Mit Erbsen hatte ich noch weniger Glück als mit Linsen: Oft wurden sie selbst bei langen Kochzeiten nicht gar. So hatte ich matschiges Gemüse, aber bissfeste Erbsen 😠. Deshalb koche ich sie separat und gebe sie erst am Ende der Kochzeit dazu.

Je mehr ich mich mit traditionellen Rezepten beschäftigt habe, desto häufiger stellte ich fest, dass es zu jeder Mahlzeit zumindest eine fermentierte Beilage gab. In diesem Fall ist es das Sauerkraut, das bei uns als „Darmbesen“ bekannt ist 🙃.

Zutaten

500 g grüne Erbsen, ungeschält

4 große Kartoffeln

ca. 500g Karotten

1 Stange Lauch

ein Stück Knollensellerie

1 Glas Rinderbrühe

Majoran

2-3 TL Gemüsebrühe

Salz

Pfeffer

Zum Servieren

Sauerkraut

Anleitung

Zunächst werden die Erbsen in ein Sieb abgeschüttet und gründlich mit klarem Wasser abgespült, solange, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Dann die Erbsen in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Wichtig ist, dass das Wasser nicht gesalzen wird. Die Erbsen in kaltem Wasser aufkochen und dann leicht köcheln lassen, bis sie durch sind. Je nach Sorte kann das zwischen 25 und 35 Minuten dauern. Ungeschälte Erbsen brauchen in der Regel länger als geschälte Erbsen.

In der Zwischenzeit das Gemüse würfeln und dann in Butterschmalz anbraten, bis es duftet. Anschließend die Gemüsebrühe, den Majoran und die Rinderbrühe dazugeben. Alles aufkochen und dann bei schwacher Hitze für 15 Minuten simmern.

Wenn die Erbsen durch sind, diese zu dem Gemüse geben und alles zusammen aufkochen. Jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Serviert wird der Erbseneintopf mit einem Löffel frischem Sauerkraut.

Wem die Variante mit dem Sauerkraut nicht zusagt, der kann auch 4 durchwachsene Mettwürstchen am Ende der Kochzeit dazugeben.

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Kartoffelsuppe – der Klassiker mit viel frischem Gemüse

Eine der beliebtesten Mahlzeiten sind in unserem Hause Suppen. Dazu werden hier bei uns traditionell Apfel-Pfannkuchen, Sahnewaffeln, oder Kartoffel-Puffer gereicht. Diese Suppe ist sehr vielseitig, weil auch zahlreiche Überbleibsel aus dem Kühlschrank mitverwendet werden können.

Die Kartoffeln sorgen dafür, dass man lange satt bleibt, die übrigen Gemüsesorten für die Geschmacksakzente, denn Kartoffeln allein haben meines Erachtens einfach zu wenig Geschmack, wenn man nicht gerade noch einen halben Liter Sahne verwenden möchte. Auf die Zwiebeln und den Lauch würde ich nicht verzichten, neben den geschmacklichen Vorzügen sind beide präbiotische Lebensmittel, also gut für unsere Darmgesundheit.

Alles, was das Gemüsefach dann noch hergibt, kann mitgekocht werden: Karotten, Sellerie, Pastinake, Topinambur, verschiedene Kohlsorten, diverse Kräuter, aber auch Ingwer, Kurkuma oder Chili. Wenn es mal fix gehen muss und keine Zeit für Waffeln und Co. ist, dann püriere ich die Suppe und brate gewürfeltes Brot in Butterschmalz an und gebe diese vor dem Servieren über die Suppe. Mit etwas Creme fraiche und ein bisschen Petersilie garniert, ist diese einfache Suppe dann trotzdem ein Highlight.

Zutaten:

3 große Kartoffeln

diverse andere Gemüsesorten wie z.B.:

3 Karotten

1 Pastinake

1 Stange Lauch

2 Zwiebeln

1 Glas Knochenbrühe (alternativ: Gemüsebrühe)

Salz

Pfeffer

Majoran

Petersilie zum Garnieren

Anleitung:

Die Zwiebeln werden in Würfel geschnitten und in Butterschmalz angebraten, bis sie glasig sind. In der Zwischenzeit wird das restliche Gemüse in Würfel geschnitten. Sobald die Zwiebeln duften, wird das übrige Gemüse dazugegeben und mit angeschwitzt.

Wenn das Gemüse einen herrlichen Duft verströmt, gieße ich die Knochenbrühe dazu und ergänze gegebenenfalls noch etwas Wasser, sodass das Gemüse fast ganz bedeckt ist.

Dann wird die Brühe aufgekocht und anschließend darf alles bei mittlerer Hitze 15 bis 20 Minuten köcheln. Abschmecken und dann mit Petersilie oder püriert mit Brotwürfeln und einem Klecks Creme fraiche servieren.

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Karottensalat mit Topinambur (fermentiert)

Karottensalat fermentiert

Manche Kombinationen ergeben sich einfach daraus, dass ich sie gerade noch im Kühlschrank habe und gerne mal wieder etwas Neues ausprobieren möchte. Deshalb habe ich die noch vorhandenen Topinambur-Knollen kurzerhand zusammen mit den Karotten geraspelt und etwas Zitronensaft darüber geträufelt.

Das Ergebnis nach einer Woche Fermentation: Geschmacklich war ich begeistert – ein frischer, leichter Salat mit reichlich Vitamin A und C, sowie Probiotika und Präbiotika. (Topinambur hat viele Ballaststoffe, weshalb es auch zu den präbiotischen Lebensmitteln zählt.)Fast zu schön um wahr zu sein.

So war es dann auch. Dadurch, dass ich die Karotten zu fein gerieben habe, wurden sie sehr schnell matschig, weshalb wir alles schnell aufessen mussten. Ich habe dann auch einen Teil des Ferments unter einen frischen Karottensalat gemischt, sodass die sehr weichen Karotten kaum auffielen.

Deshalb: Beim nächsten Versuch werde ich die Karotten grob raspeln und lieber ein paar Tage länger fermentieren lassen.

Hier das Rezept, zum selbst Ausprobieren:


Zutaten:

1kg Karotten

150g Topinambur

Saft einer Bio-Zitrone

1l Wasser

20g Meersalz (ohne Rieselhilfen, ohne Fluorid)

Anleitung:

Da ich Bio-Karotten verwendet habe, habe ich sie nicht geschält, sondern nur geraspelt. Achte darauf, dass du sie nicht zu fein raspelst, damit du nicht das gleiche Debakel wie ich erlebst. Schäle dann den Topinambur und gib sofort den Zitronensaft darüber, sodass dieser nicht braun wird.

Knete alles ordentlich durch und fülle es dann in zwei 1l Einmachgläser. Löse das Salz im Wasser auf und gieße dieses über das Gemüse. Nimm nun ein Glasgewicht o.ä. und sorge dafür, dass das Gemüse komplett unter der Wasseroberfläche ist, damit es nicht anfängt zu schimmeln. Verschließe alles luftdicht und warte 3 Tage, bis die Fermentation sichtbar in Gang gekommen ist.

Jetzt kannst du die Gläser in den Keller stellen, wo sie noch 3-5 Tage weiterfermentieren dürfen. Probier’ dein Ferment nach einer Woche. Wenn es dir schmeckt, dann stell’ es in den Kühlschrank. Möchtest du, dass deine Möhren noch etwas weicher werden, dann warte noch ein paar Tage.

Als Beilagensalat sehr lecker. Ich habe einen Großteil unter einen frischgeriebene Karottensalat gegeben, sodass die zu weiche Konsistenz meines Ferments gar nicht mehr auffiel – Man muss sich nur zu helfen wissen.

Wenn du fermentierte Karotten magst, dann solltest du auch mal meinen fermentierten Karotte-Sellerie-Salat versuchen.

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Steckrübeneintopf mit viel frischem Gemüse

Steckrübeneintopf

Der Winter 1916 war ein sehr rauer Winter und ging als Steckrüben-Winter in die Geschichte ein. Es herrschte Krieg und die Steckrübe wurde somit zu einem der Grundnahrungsmittel, von dem sich sehr viele Menschen ernährten. Häufig wurde sie zu einem Steckrübeneintopf verkocht, der kostengünstig, aber sättigend war.

Damit ist die Steckrübe natürlich kein trendiges Gemüse, gelten die Kohlrüben doch als Arme-Leute-Essen. Zu unrecht fristet sie ihr Dasein in der Gemüseabteilung, denn sie steckt voll von wichtigen Nähstoffen. Neben Kalium, Calcium und Schwefel besitzt die Steckrübe mit den Vitaminen E und K wichtige Vitamine und Spurenelemente.

Ich bin keine Ausnahme, wenn es darum geht, die heimische Steckrübe in der Küche zu verwenden. Bisher hatte ich mich noch nicht an dieses Kohlgemüse herangewagt, aber meistens ist diese Hemmschwelle überschritten, sobald das erste Gericht geglückt ist.

Eintöpfe gehören ja sowieso zu meinen Lieblingsgerichten, denn ich verwende darin viel frisches Gemüse und mit wenigen Zutaten kann man ein schmackhaftes Gericht zaubern, das auch lange satt hält. Zudem lassen sie sich super vorbereiten und schmecken aufgewärmt oft noch besser als frisch. So entstand die Idee zu diesem Steckrübeneintopf.

Wer auf Fleisch verzichtet, der kann den Kassler getrost weglassen, denn meine Befürchtung, dass es ohne ihn eher fad schmecken würde, hat sich absolut nicht bestätigt. Ich hatte eine sehr dicke Steckrübe, die einen kräftigen Geschmack hat. Wer einen milden Geschmack bevorzugt, der sollte auf kleinere Steckrüben setzen.

Hier das Rezept:


Zutaten für 8 Personen:

1 große Steckrübe (ca. 1200g)

5 Karotten

1 Stange Lauch

8 kleine Kartoffeln

3 Zwiebeln

1 Pastinake

600g Kassler (optional)

1 Klecks Schmand zum Servieren

1 EL Butterschmalz

Salz

Pfeffer

2 EL Gemüsebrühe

Zubereitung:

Schäle die Zwiebeln und zerhacke diese grob. Dünste diese dann in heißem Butterschmalz an und gib’ nach und nach das restliche in Würfel geschnittenen Gemüse dazu. Röste alles an, bis das Gemüse duftet und lösche dann alles mit ungefähr einem Liter Wasser ab.

Gib’ nun die Gemüsebrühe hinzu und lass’ alles für etwa 25-30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln, bis das Gemüse bissfest ist. Wenn du den Eintopf mit Kassler zubereitest, dann füge etwa 15 Minuten vor Ende der Kochzeit den in Würfel geschnittenen Kassler hinzu.

Solltest du mit der Konsistenz des Eintopfs nicht zufrieden sein, dann schütte noch etwas Wasser dazu. Schmecke alles mit Salz und Pfeffer ab. Serviere den Eintopf mit einem Klecks Schmand.

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Spätzle nach Hunsrücker Art: Wasserspatzen

Spätzle nach Hunsrücker Art: Wasserspatzen

Selbstgemachte Spätzle schmecken zu allerlei Gerichten. Sie sind als Beilage zu deftigen Sonntagsbraten beliebt, oder werden mit Zwiebeln und Speck im Ofen mit Käse überbacken. Spätzle sind aber auch trocken, ohne alles ein Hochgenuss – zumindest wenn man meine Kinder fragt 😏.

Hier im Hunsrück sind hausgemachte Spätzle in anderer Form bekannt und beliebt: Wasserspatzen haben als Basis den klassischen Teig, werden aber mit einer Speck-Sahnesoße und frischem Obst serviert. Varianten gibt es dazu zahlreiche, denn in manchen Häusern werden dazu Kartoffeln serviert. Andere lassen die Soße weg und schwenken sie stattdessen in Butter und beträufeln sie mit angeröstetem Paniermehl.

Solche Gerichte sind für mich immer toll, weil sie einfach in der Herstellung sind und meine Kinder diese LIEBEN 🥰. Der Teig kann auch hervorragend vorbereitet werden und dann bis zur Herstellung der Wasserspatzen im Kühlschrank bleiben. Dann dauert es keine halbe Stunde, bis das Mittagessen auf dem Tisch steht.

Hier das Rezept:


Zutaten für die Wasserspatzen:

450g Mehl (ich habe Khorasanvollkornmehl genommen, du kannst auch normales Weißmehl nehmen, musst dann aber die Flüssigkeitsmenge etwas anpassen)

2 Eier

125g Kefir (alternativ: Milch)

175ml Sprudel

1 Schluck Hefewasser (optional)

Salz

Pfeffer

Zutaten für die Soße:

250ml Sahne

100g Bacon

1 Zwiebel

Salz

Pfeffer

Zubereitung:

Gib’ alle Zutaten für die Wasserspatzen in eine Schüssel und verknete sie gut. Es sollte ein dickflüssiger Teig entstehen, der gut weiterverarbeitet werden kann. Stelle den Teig nun beiseite und lasse ihn quellen.

Stelle nun eine Pfanne auf den Herd und erhitze diese. Ziehe die Zwiebel ab und hacke sie grob. Schneide den Bacon in dünne Streifen und gib’ ihn mit der Zwiebel in die Pfanne. Röste beides ohne Fett an, denn dieses tritt beim Anbraten des Bacon aus.

Lösche mit der Sahne ab und würze mit Pfeffer und Salz. Während die Soße auf kleiner Flamme einreduziert, bereitest du die Wasserspatzen zu. Bringe einen große Topf mit Salzwasser zum Kochen und reduziere dann die Hitze, sodass die Spatzen im Wasser sieden können.

Nimm nun zwei Teelöffel und forme daraus die Spatzen, indem du mit dem einen Löffel den Teig aus der Schüssel nimmst und diesen mit dem anderen Löffel in das Wasser abstreichst. Wenn die Spatzen an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig. Ich schrecke sie mit kaltem Wasser ab, damit sie nicht kleben und schwenke sie kurz in Butter, damit sie warm sind.

Serviert werden die Wasserspatzen mit der Soße und eingekochtem Obst, oder einem grünen Salat.

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Frisches Obst ohne Zucker haltbar machen – #1 Saft

Saft ohne Zucker

Ist es nicht herrlich, wenn alles reif wird und es frische Beeren und Früchte gibt? Dann gehört es zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Kinder, durch den Garten zu marschieren und sich an der Ernte zu bedienen. Meistens ist es aber so, dass die Erntezeit recht kurz ist und das Obst schnell schimmelt, deshalb koche ich es ein – natürlich ohne Zucker.

Auf den süßen Zusatz zu verzichten bedeutet, dass ein wichtiges Konservierungsmittel fehlt, denn durch den beigefügten Zucker hält sich Obst viel länger. Auch hier habe ich diverse Erfahrungen gemacht mit leider schnell schimmelnden eingekochten Marmeladen oder Sirups.

Weil Zucker immer noch zu den Nahrungsmitteln gehört, die ich weitestmöglich in unserem Speiseplan meide, habe ich die Hoffnung trotzdem nicht aufgegeben und mal wieder herumgefragt, wie ich Obst ohne Zucker haltbar machen kann. Die häufigste Antwort: gar nicht. Aber als ich dann im letzten Jahr Holundersaft geschenkt bekommen habe, der auch nur Holunder enthielt, wusste ich, dass es klappen kann, denn zwei dieser Gläser fristen ihr Dasein immer noch in meinem Keller.

Bisher habe ich noch keinen Saft aus sehr süßen Früchten eingekocht, ob diese Methode auch hier funktioniert, weiß ich nicht. Vielleicht kennt sich ja einer von euch hier aus und kann mir da auf die Sprünge helfen. Mein Rezept funktioniert auf jeden Fall für Holunder und den von mir eingekochten Johannisbeeren. Viel Spaß beim Ausprobieren.


Zubehör:

sterilisierte Einmachgläser oder Flaschen

Passiertuch oder Küchenhandtuch

Zutaten: 

frische Holunder- oder Johannisbeeren

Anleitung: 

Beeren waschen, verlesen und abtropfen lassen. Bei den Holunderbeeren solltest du die dicken Stiele entfernen, weil der Saft sonst deren Bitterkeit annimmt. Gib’ die Beeren dann – mitsamt den Stielen – in einen großen Kochtopf und stelle ihn auf kleine Stufe.

Lass’ die Beeren abgedeckt Saft ziehen, das hat bei mir ca. 30 Minuten gedauert. Eine Zugabe von Wasser ist nicht nötig, weil der Herd so klein gestellt ist, dass der Saft nicht anbrennt.

Koche nun alles auf und lass’ es für circa 5 Minuten köcheln, sodass alle Beeren ihren Saft  verlieren. Passiere die Flüssigkeit und koche sie anschließend nochmal auf. Fülle den Saft kochend heiß in die sterilisierten Gläser, verschließe sie fest und stelle sie auf den Deckel.

Ich lasse die Gläser mindestens einen Tag stehen, denn es ist wichtig, dass der Inhalt komplett auskühlt, bevor die Gläser an einem kühleren Ort gelagert werden. Wenn du sehr sauber gearbeitet hast, dann hält sich dein Saft mindestens 1 Jahr.

Der Saft schmeckt herrlich erfrischend als Schorle, oder er kann, wenn du ihn länger einkochst, als Sirup über einem Nachtisch verwendet werden. Ich benutze ihn gerne um meinen Kombucha damit zu aromatisieren.

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Schnittlauchsalat mit Ei

Schnittlauchsalat

Es ist schon etwas her, dass ich ein Rezept aus der Sammlung meiner Oma gepostet habe, deshalb möchte ich das hiermit tun. Denn als ich gestern durch unseren Garten ging, fiel mir der herrliche Schnittlauch auf, der bei den zwar noch nicht sehr sommerlichen, doch aber wärmeren Temperaturen überall spross. Deshalb gab es heute einen frischen Schnittlauchsalat mit Ei.

Schnittlauch frisch aus dem Garten

Frischer Schnittlauch ist doch etwas scharf für die empfindlichen Gemüter, deshalb ist es wichtig, dass der fertige Salat mindestens eine Stunde vor dem Servieren durchzieht, das mildert sowohl die Schärfe des heimischen Krauts, als auch die der Zwiebel.

Da das Blogevent der lieben Zorra von Kochtopf noch diese Woche läuft, möchte ich diesen Salat einer breiteren Masse bekannt machen, denn die verwendeten Zutaten stammen überwiegend aus unserem Dorf. Selbst das verwendete Rapsöl wird in unserem kleinen Örtchen hergestellt. Damit fällt diese Beilage in die Kategorie ,,regionale und saisonale Küche“.

Unsere Hühner liefen die frischen Eier

Hier also das Rezept:


Zutaten für 2 Personen:

2 Handvoll Schnittlauch

3 Eier

2 kleine (rote) Zwiebeln

Rapsöl

Apfelessig (ich habe meinen Schnittlauchblüten-Apfelessig verwendet)

Sahne (Alternativ: Kefir)

Salz

Pfeffer

Zubereitung:

Die Zwiebeln werden fein gewürfelt und in eine Schüssel gegeben. Dann den Schnittlauch so fein wie möglich hacken. (Wie du siehst, gelingt mir das nicht so wirklich 😇.)Die Eier hart kochen (ca. 10 Minuten) und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit bereitest du das Dressing zu. Dazu nimmst du einen kräftigen Schluck Sahne, das Rapsöl und den Essig und gießt alles in ein kleines Schälchen. Würze mit Salz und Pfeffer und gib das fertige Dressing über den Schnittlauch und die Zwiebeln.

Die Eier sollten nun abgekühlt sein, sodass du diese schälen und würfeln kannst. Füge sie den restlichen Zutaten hinzu und verrühre alles. Jetzt kannst du den Salat für mindestens eine Stunde kalt stellen, damit er durchziehen kann. Dazu passen Pellkartoffeln oder eine gute Scheibe Sauerteigbrot.

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Ich-ess‘-doch-keine-Petersilie-Salat

Just in dieser Woche hatte ich eine Unterhaltung darüber, wie schwierig es ist, den Geschmack von drei Kindern und einem – nach eigenen Angaben – gar nicht wählerischen Mann zu treffen. Manche Zutaten werden komplett abgelehnt, ganz oben auf der Negativ-Hitliste sind Süßkartoffeln, gefolgt von Kürbis. Andere Zutaten werden akzeptiert, solange sie nicht dominant im Gericht zu schmecken sind, wie Zwiebeln und Knoblauch.

Meine jüngere Tochter lehnt konsequent Petersilie ab, allein ihr Aussehen lässt sie schon vermuten, dass das ja nicht schmecken kann. Ab und an wird Petersilie widerwillig verspeist, zum Beispiel wenn sie in der Lieblingssuppe mit Markklößchen zu finden ist 🙄. An anderen Tagen scheint sie aber besonders grün oder besonders strubbelig zu sein, dann wird sie nicht angerührt, auch nicht, wenn sie umgeben von den heißgeliebten Karotten in einem Salat ist.

Naaaaja, Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Ihr wisst, dass die liebe Zorra zur Zeit ein Blogevent mit dem Thema Foodwaste veranstaltet, deshalb musste eine neue Zutat herhalten. Zum Gegrillten musste es natürlich wieder der Karottensalat sein, der mit geriebenem Apfel ein Salat ist, den alle drei Kinder gerne essen. Die Petersilie kann dann jeder selbst darüberstreuen 🙃.

Zum Glück gibt es wieder frische Karotten, die dann auch prompt mit frischem Grün zum Verkauf standen. Also habe ich erst einmal recherchiert, ob das Grün auch essbar ist. Es stellte sich heraus: JA und gesund ist es noch dazu. Super 👍. Petersilie war es ja keine, also durfte es ja in den Salat.

Feldfrische Karotten mit Grün

Ich habe mich natürlich sofort in die Küche gestellt und fleißig gerieben und geschnibbelt. Das Dressing habe ich genau wie bei unserem klassischen Karottensalat gemacht, nur dass ich statt dem Bund Petersilie einen halben Bund des Karotten-Grün untergemischt habe. Die Stängel sind wie bei höher gewachsener Petersilie etwas grob, aber deshalb habe ich es auch besonders fein geschnitten, clever, oder?!

Mit einem triumphalen Lächeln habe ich den Salat serviert, denn ich kannte schon den Spruch der Mittleren: ,,Ich ess’ doch keine Petersilie!” ,,Das ist keine Petersilie😇!” ,,Was denn?!” … Um das Ganze abzukürzen: Trotz meines Einfallsreichtums war meine Kreativität nicht von Erfolg gekrönt. Es stellte sich heraus, dass Karottengrün irgendwie noch schlimmer zu sein schien, als die gewöhnliche Petersilie 😩. Noch so eine Zutat auf der Roten Liste…

In einer Hinsicht hatte das Unterfangen aber doch etwas Positives: Karottengrün ist essbar und dazu noch sehr lecker, klare Verzehrempfehlung. Die Kritiker, die beim Lesen des Rezepts aber meckern, dass ja nur ein halber Bund des Grüns verwendet wurde, der sollte meinen nächsten Beitrag lesen. Doch seid gewarnt: Mit kulinarischem Hochgenuss hat dieser nichts zu tun. Für mich hatte es eher den Charakter einer Challenge. Nichtsdestotrotz wurde alles verzehrt 😏.

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