Veröffentlicht am 2 Kommentare

Die Challenge: No-Waste-Almost-Smoothie

Ballaststoffe

Wie bereits in meinem vorherigen Post erwähnt, galt es ein halbes Bund Karottengrün weiterzuverwerten. Da mir spontan kein besserer Einfall kam, wie ich ungefähr hundert Gramm Grünzeug so zubereite, dass es auch verzehrbar ist, wurde es kurzerhand in meinen Power-Mixer gesteckt.

Jetzt wäre es ja langweilig gewesen, zwei Bananen dazuzugeben und das süße Getränk zu schlürfen – es sollte schon etwas ausgefallener sein. Schließlich wollt ihr ja auch was zum Schmunzeln haben 😉.

Vorsorglich hatte ich bereits abgepflückte Kohlrabi-Blätter in der Bio-Abteilung mitgenommen. Die wollte ja eh keiner mehr – außer mir 😇.

Etwas Süße sollte dann doch noch rein, denn ein Gemüse-Smoothie mit den groben Blättern wäre wohl kaum herunterzubekommen gewesen. Glücklicherweise hatte ich noch eine halbe Wassermelone im Kühlschrank.

Und wenn der Drink dann schon so grün war und so viele Vitamine enthielt, dann könnte es doch noch ein bisschen mehr sein: Zitronen habe ich immer im Haus und da der Herr des Hauses gerade eine dicke Erkältung bekämpfte, konnte ein bisschen Vitamin C nicht schaden.

Für die nötige Flüssigkeit – und etwas Süße – sorgte dann noch mein frisch abgefüllter Kombucha. Den habe ich ebenfalls immer im Haus und die probiotischen Kulturen würden dabei helfen, dass mein Körper die Vitamine auch besser verstoffwechseln kann.

Den letzten Schliff bekam mein Drink mit einem Teelöffel Kokosöl, denn das Fett ermöglicht es dem Körper, die enthaltenen Vitamine aufzunehmen.

Als ich mir dann die Zusammenstellung im Mixer anschaute, musste ich schlucken, denn nach kulinarischem Hochgenuss sah das Ganze nicht aus. Besonders die Kohlrabiblätter machten mir Sorgen, dass ich nach dem Mixen doch noch viel zu kauen hatte 😳. Egal, no waste heißt ja dann auch, dass alles vertilgt werden muss. Notfalls über zwei Tage verteilt 🤓.

Also wurde der 3 PS Motor angeworfen und alles zu einer Masse zerkleinert. Die Höchstnutzung des Geräts von einer Minute, damit der Motor nicht überhitzt, wurde voll ausgenutzt. Trotzdem war das Endergebnis nicht wirklich ein Smoothie im wortwörtlichen Sinne, denn ohne Kauen ging es nicht, auch wenn keine Stücke mehr vorhanden waren.

Die Pflanzenfasern waren wohl zu zahlreich, um ein süffiges Wellness-Detox-Getränk zu erhalten. ABER: Es dauerte keine halbe Stunde, dann hatte ich alles ausgetrunken, denn die Zitrone gab dem Ganzen die nötige Frische, sodass es tatsächlich besser war, als ich vermutet hatte.

Nachmachen würde ich nur empfehlen, wenn du einen Hochleistungs-Mixer hast, denn für einen Standard-Mixer sind die Kohlrabiblätter einfach zu fest (bereits ausprobiert).

Weil ich auf diesem Blog meine Erfahrungen mit Leaky Gut teile, auch der Hinweis, dass Alle, die mit dem Magen-Darm-Trakt Probleme haben, das Rezept nicht ausprobieren, denn damit würdest du deine Verdauung überfordern.

Und alle Anderen: Probiert es aus, oder schreibt mir, welche neue Kombination ihr ausprobiert habt, um ungeliebtes, für den Kompost vorgesehenes Grünzeug zu retten ☺️.


Zutaten:

3 Kohlrabiblätter

etwa 100g Karottengrün

ca. 200g Wassermelone (ja, mit der Schale 😅)

Saft einer Zitrone

Schale einer Zitrone

150ml Kombucha

1 TL Kokosöl

Zubereitung:

Zerkleinere das Karottengrün und die Kohlrabiblätter grob. Schneide die Wassermelone, mitsamt der Schale, in mundgerechte Stücke und gib alles in den Mixer.

Füge den Saft einer Zitrone, sowie deren abgeriebene Schale hinzu. Ich habe einen Sparschäler genommen, das hat super funktioniert. Achte aber darauf, dass das Weiße nicht mehr dran ist, sonst wird dein Getränk bitter.

Gib nun den Kombucha und das Kokosöl hinzu und püriere alles auf höchster Stufe.

Wenn der nicht mal gesund aussieht…

 

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber nachdem ich den halben Liter meines No-Waste-Almost-Smoothie getrunken hatte, hätte ich Bäume ausreißen können 💪.

Wer ist noch mutiger? Rezept bitte teilen, ich probiere es aus 😏.

 

Veröffentlicht am 3 Kommentare

Ich-ess‘-doch-keine-Petersilie-Salat

Just in dieser Woche hatte ich eine Unterhaltung darüber, wie schwierig es ist, den Geschmack von drei Kindern und einem – nach eigenen Angaben – gar nicht wählerischen Mann zu treffen. Manche Zutaten werden komplett abgelehnt, ganz oben auf der Negativ-Hitliste sind Süßkartoffeln, gefolgt von Kürbis. Andere Zutaten werden akzeptiert, solange sie nicht dominant im Gericht zu schmecken sind, wie Zwiebeln und Knoblauch.

Meine jüngere Tochter lehnt konsequent Petersilie ab, allein ihr Aussehen lässt sie schon vermuten, dass das ja nicht schmecken kann. Ab und an wird Petersilie widerwillig verspeist, zum Beispiel wenn sie in der Lieblingssuppe mit Markklößchen zu finden ist 🙄. An anderen Tagen scheint sie aber besonders grün oder besonders strubbelig zu sein, dann wird sie nicht angerührt, auch nicht, wenn sie umgeben von den heißgeliebten Karotten in einem Salat ist.

Naaaaja, Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Ihr wisst, dass die liebe Zorra zur Zeit ein Blogevent mit dem Thema Foodwaste veranstaltet, deshalb musste eine neue Zutat herhalten. Zum Gegrillten musste es natürlich wieder der Karottensalat sein, der mit geriebenem Apfel ein Salat ist, den alle drei Kinder gerne essen. Die Petersilie kann dann jeder selbst darüberstreuen 🙃.

Zum Glück gibt es wieder frische Karotten, die dann auch prompt mit frischem Grün zum Verkauf standen. Also habe ich erst einmal recherchiert, ob das Grün auch essbar ist. Es stellte sich heraus: JA und gesund ist es noch dazu. Super 👍. Petersilie war es ja keine, also durfte es ja in den Salat.

Feldfrische Karotten mit Grün

Ich habe mich natürlich sofort in die Küche gestellt und fleißig gerieben und geschnibbelt. Das Dressing habe ich genau wie bei unserem klassischen Karottensalat gemacht, nur dass ich statt dem Bund Petersilie einen halben Bund des Karotten-Grün untergemischt habe. Die Stängel sind wie bei höher gewachsener Petersilie etwas grob, aber deshalb habe ich es auch besonders fein geschnitten, clever, oder?!

Mit einem triumphalen Lächeln habe ich den Salat serviert, denn ich kannte schon den Spruch der Mittleren: ,,Ich ess’ doch keine Petersilie!” ,,Das ist keine Petersilie😇!” ,,Was denn?!” … Um das Ganze abzukürzen: Trotz meines Einfallsreichtums war meine Kreativität nicht von Erfolg gekrönt. Es stellte sich heraus, dass Karottengrün irgendwie noch schlimmer zu sein schien, als die gewöhnliche Petersilie 😩. Noch so eine Zutat auf der Roten Liste…

In einer Hinsicht hatte das Unterfangen aber doch etwas Positives: Karottengrün ist essbar und dazu noch sehr lecker, klare Verzehrempfehlung. Die Kritiker, die beim Lesen des Rezepts aber meckern, dass ja nur ein halber Bund des Grüns verwendet wurde, der sollte meinen nächsten Beitrag lesen. Doch seid gewarnt: Mit kulinarischem Hochgenuss hat dieser nichts zu tun. Für mich hatte es eher den Charakter einer Challenge. Nichtsdestotrotz wurde alles verzehrt 😏.

Ich-ess‘-doch-keine-Petersilie-Salat weiterlesen

Veröffentlicht am 2 Kommentare

Exotische Cremesuppe – Soul Food mal anders

Ballaststoffe

Es gibt Phasen, da scheint die Arbeit einen sehr großen Teil des Lebens einzunehmen, dazu kommen dann die Aufgaben im Haushalt und die lieben Kleinen brauchen natürlich auch genügend Aufmerksamkeit. Wenn mein Alltag so aussieht, dann wache ich morgens schon mit einem unguten Gefühl auf, weil ich glaube, dass ich das von mir geforderte Pensum gar nicht schaffen kann.

Der Tag verläuft dann meistens so, dass ich dann doch allen Anforderungen gerecht werde, aber mir doch so vorkomme, als würde ich nur meine Aufgaben abhaken und wie auf Schienen unterwegs sein.

Dann gilt es, auch mal einen Moment für sich zu finden und zur Ruhe zu kommen. Das geht am Besten, wenn ich mich in meine Küche stelle und etwas zubereite, was meinen Alltag entschleunigt und die Reserven wieder auffüllt.

Wenn ich viele Termine habe und unterwegs bin, dann merke ich, dass mein Körper nach Ruhe, aber auch nach Nährstoffen verlangt. Kennt ihr das auch, dass man immer krank wird, nachdem man ein größeres Projekt abgeschlossen hat? Meiner Meinung nach braucht der Körper dann sehr nährstoffreiches Essen, denn Stress geht ja bekanntlich “an die Substanz”.

Um also dem Tief nach der anstrengenden Phase entgegenzuwirken, habe ich mich mal wieder für eine Suppe entschieden – ich liebe Suppe. Nein, ich LIEBE 💗 Suppe: Du wirfst einfach alles, was das Gemüsefach hergibt in einen Topf, lässt es etwas vor sich hin köcheln und hast ein wärmendes und sättigendes Hauptgericht. Suppe geht immer!

An diesem Tag haben mich die Süßkartoffeln im Supermarkt angelacht, sodass ich mich für eine exotische Suppe mit Kokosmilch entschieden habe. Dazu passen hervorragend frischer Ingwer und Kurkuma – die verwende ich auch immer, wenn diverse Erkältungssymptome grassieren. Die Knochenbrühe kann auch problemlos gegen Gemüsebrühe getauscht werden, dann ist die Suppe vegan.

Zutaten:

1 Hokkaido-Kürbis oder 1 große Süßkartoffel)

2 dicke Karotten

2 rote Zwiebeln

1 Stange Lauch

2 Pastinaken

1 Stück Sellerie (etwa 100g)

1 großes Stück Ingwer

1/2 Kurkuma-Knolle

1l Knochenbrühe (vegan: Gemüsebrühe)

600ml Kokosmilch

Salz

Pfeffer

Chili-Pulver

Kokosöl

Koriander (zum Dekorieren)

Zubereitung:

Erhitze einen Esslöffel Kokosöl in einem Topf und dünste die gewürfelten Zwiebeln darin an. Während die Zwiebeln schmoren, bereite ich das restliche Gemüse vor: der Lauch wird in Ringe geschnitten und gewaschen. Kürbis/Süßkartoffel, Karotten, Pastinaken und Sellerie werden in grobe Würfel geschnittenen und beiseite gestellt. Ingwer und Kurkuma werden mit einem Löffel geschält, etwas zerkleinert und zu den bereits glasig werdenden Zwiebeln gegeben.

Nach ein paar Minuten gebe ich dann das restliche Gemüse hinzu und brate auch dieses mit an, bis alles duftet. Dann lösche ich mit der Knochenbrühe ab und koche diese auf. Sobald die Brühe anfängt zu köcheln, reduziere ich die Hitze und lasse alles bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten simmern (die Brühe darf nicht kochen).

Wenn das Gemüse gar ist, nehme ich den Topf vom Herd und gebe die Kokosmilch hinzu. Dann wird alles püriert und mit Salz, Pfeffer und Chili abgeschmeckt. Anschließend koche ich die Suppe nochmals auf und gebe gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzu, sodass sie die richtige Konsistenz hat.

Vor dem Servieren gebe ich noch etwas frischen Koriander darüber, das mag aber nicht jeder. Du kannst auch geröstete Pinienkerne oder Brotwürfel nehmen, oder aber einen Klecks Schmand. Ich habe noch zwei Riesengarnelen angebraten.

Verlinkt mir doch einfach eure Lieblingssuppe, dann kann ich meine Rezeptsammlung erweitern 😁.

Veröffentlicht am 1 Kommentar

Dreifach kultivierter Kartoffelsalat

Heute teile ich mit euch ein weiteres Rezept für Kartoffelsalat. Ich finde, Kartoffelsalat passt zu vielen Gerichten, sei es zu gebratenem Fisch, oder als Beilage zu Gegrilltem. Er lässt sich toll vorbereiten und schmeckt meistens am zweiten Tag noch besser, weil er dann komplett durchgezogen ist.

Vom gesundheitlichen Aspekt her liefert der Kartoffelsalat mir viele probiotische Bakterien (Kefir, saure Gurken und Apfelessig) und resistente Stärke (in abgekühlten Kartoffeln), die meine fleißigen Helfer im Darm füttert. Zusätzlich liefern die Zwiebeln wertvolle Ballaststoffe. Auch deshalb steht der Kartoffelsalat bei uns regelmäßig auf dem Tisch.

Meine Kinder essen sehr gerne Kartoffeln, egal in welcher Form. Und deshalb ist es toll, wenn ich den Salat abends zubereiten kann und ihn mittags, wenn ich von der Arbeit komme, nur noch aus dem Kühlschrank nehmen muss. Die Kids sind nämlich sehr ungeduldig, wenn es um ihr Mittagessen geht, 30 Minuten Wartezeit erweisen sich dann schon fast als Qual 😏.

So Mancher wird sich wundern, wenn er auf die Zutatenliste schaut: Zwiebeln, Radieschen?! So etwas essen Kinder doch nicht… Durch die Ziehzeit über Nacht sind diese nicht mehr scharf und werden sogar von Denen gegessen, die die Schärfe in den rohen Zutaten nicht mögen.

Eine kleine Randbemerkung, falls du über den Begriff “kultiviert” stolperst: Im Englischen bedeutet “to culture” “fermentieren”, weshalb ich es ein schönes Wortspiel finde. “Gut” ist übrigens der Darm, denn den will ich ja auf jeden Fall bei guter Laune halten 😉. Ein “Kulturgut” im doppelten Sinne!

Kartoffelsalat mit Kefir-Dressing
Dreifach kultivierter Kartoffelsalat weiterlesen
Veröffentlicht am 13 Kommentare

Schoko-Haselnuss-Brot

Am letzten Wochenende wollte ich gerne eine neue Brotsorte ausprobieren. Häufig mische ich verschiedene Getreidesorten, um einen ausgewogenen Geschmack und eine schöne Krume zu erzielen.

Nichtsdestotrotz wollte ich mal wieder ein Brot backen, das sortenrein ist, aber trotzdem das gewisse Etwas hat: Die Wahl fiel auf Emmer, weil er sich toll verarbeiten lässt. Obwohl das gemahlene Korn sehr grob ist und fast schon an Paniermehl erinnert, bildet er eine schöne Struktur beim Kneten.

Emmer ist eine Ur-Form des Weizen und tendiert daher dazu, schneller trocken zu werden, weshalb ich Broten mit Emmer, Blue Velvet – einer alten Dinkelsorte – und gewöhnlichem Dinkel meistens ein Quell- oder Kochstück beimische, um mehr Flüssigkeit im Brot zu haben.

Es sollte aber nicht wieder Leinsamen und Sesam sein, deshalb fiel die Wahl auf Nüsse. Walnüsse habe ich bereits in meinem Walnuss-Feige-Brot, also sollte die Haselnuss zeigen, ob sie mich auch überzeugen konnte. Und womit Haselnuss harmoniert, das haben bereits die großen Süßwarenunternehmen für sich entdeckt. Süß sollte das Brot aber nicht werden, so habe ich eine 85%ige Bitterschokolade gewählt.

Als das Brot aus dem Ofen kam, duftete es herrlich nach gerösteten Nüssen und Schokolade. Noch warm angeschnitten war es sofort heißbegehrt bei der hungrigen Meute und obwohl wir schon gut gefrühstückt hatten, war es noch vor dem Mittagessen halb verschwunden – waren wohl die Mäuse dran 😃 .

Hier also das Rezept dazu:

Zutaten:

500g Emmer-Vollkornmehl (alternativ: Dinkel)

100g Haselnüsse

50g gehackte Schokolade (85%)

300g Wasser

40g Urkorn-Sauerteig (alternativ: Dinkel oder Roggen)

5g Salz

Vorbereitung am Vortag:

Sauerteig auffrischen

Zubereitung:

Schütte die Haselnüsse in eine kleine Schüssel und übergieße sie mit kochendem Wasser, sodass sie quellen können. Hacke die Schokolade grob.

Gib’ nun das lauwarme Wasser in eine Schüssel und füge das Mehl und den Sauerteig hinzu. Vermische alles und verknete es dann zu einem homogenen Teig. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig für etwa 30 Minuten ruhen (Autolyse).

Stürze den Teig auf die Arbeitsfläche und verknete den Teig nun, bis er geschmeidig ist. Füge nun das Salz und die Nüsse hinzu und verknete alles, bis sich die Nüsse und das Salz im ganzen Teig verteilt haben.

Gib den Teig nun in ein bemehltes Gärkörbchen und bemehle die Oberseite des Teiglings. Decke nun ein Küchentuch darüber und lass’ den Teig für ca. 4 Stunden gehen. Die Gehzeit ist abhängig von der Temperatur. Im Keller kann die ganze Prozedur gut und gerne 8 Stunden dauern, sodass du das Brot abends vorbereiten und morgens frisch backen kannst.

Sobald das Volumen des Teiglings sich deutlich vergrößert hat und Bläschen an der Oberfläche zu sehen sind, ist es Zeit zu Backen. Heize den Backofen mit einem Blech auf 250 °C vor und stürze den Teigling auf das aufgeheizte Blech. Backe ihn dann für 20 Minuten an und reduziere dann die Hitze auf 180°C. Jetzt solltest du das Brot für weitere 45 Minuten ausbacken. Wenn du eine dunklere Kruste willst, dann lass’ es einfach etwas länger im Backofen.

Veröffentlicht am 3 Kommentare

Was tun, wenn mein Brot nichts wird?

paniermehl

Insbesondere, wenn man mit dem Brotbacken anfängt, ist es oft schwierig, den richtigen Zeitpunkt für’s Backen zu bestimmen. Entweder das Brot ist noch nicht genug aufgegangen, oder es hat schon Übergare und fällt in sich zusammen.

Bei mir kommt noch hinzu, dass ich mich eigentlich nie an ein Rezept halte, auch weil sich kaum welche finden, bei denen ausschließlich mit Vollkorn gearbeitet wird. Rezeptbücher, in denen Urkorn verwendet wird, besitze ich auch, aber dort wird ebenfalls selten das ganze Korn verbacken.

Das heißt, dass ich schon des Öfteren unbefriedigende Backergebnisse erzielt habe, denn ein nicht vollständig gegangenes Brot lässt sich nicht mehr so durchbacken, dass die anspruchsvollen Sprösslinge zufrieden wären.

Wie so oft sollte man auch hier aus der Not eine Tugend machen und das missglückte Brot einfach komplett aufschneiden und trocknen lassen. Je dünner die Scheiben, desto schneller ist es vollständig getrocknet.

Ich zerbreche die Scheiben dann und gebe sie in meinen Turbo-Mixer. Dann habe ich im Nu frisches Paniermehl. Der Vorteil auch hier: Ich weiß, was drin ist.

Solltest du keinen Mixer haben, kannst du das Brot auch mit einer Reibe zerkleinern. Wichtig ist, dass es komplett trocken ist, da sonst die Gefahr besteht, dass du Schimmel züchtest.

Luftdicht verschlossen hält sich das Paniermehl viele Monate. Ich verwende es dann, um Schnitzel zu panieren, aber auch als Brühstück in meinem nächsten Brot.

Der Vorteil bei einem Brühstück ist, dass du zusätzliche Flüssigkeit in dein Brot bekommst und es dadurch saftiger ist und länger frisch hält. Dazu gebe ich ca. die doppelte Menge (in g) heißes Wasser auf das Paniermehl und lasse es ca. 30 Minuten – während der Autolyse – quellen. Anschließend verknete ich es im Teig.

Wenn du noch weitere Ideen hast, wie ein missglücktes Brot verwendet werden kann, dann lass’ es mich wissen ☺️.

Veröffentlicht am 5 Kommentare

Einkorn-Nudeln (orange)

Dass Einkorn zu einem meiner Lieblingsgetreide geworden ist, liegt an seinem tollen Geschmack. Es ist zwar deutlich teurer als gängige Getreidesorten wie Weizen und Roggen, durch seine Ursprünglichkeit kann es aber auch im Bezug auf die Bekömmlichkeit punkten.

Einkorn enthält Gluten, weshalb es von Menschen mit Zöliakie gemieden werden muss. Wer aber eine Weizen-Sensitivität hat, der sollte Einkorn versuchen, da es noch nicht hybridisiert wurde und damit häufig weniger Probleme bereitet, als dies der moderne Hochleistungsweizen tut.[1]

Weil ich so gerne mit Einkorn arbeite – obwohl der Teig so unglaublich klebrig sein kann – wollte ich versuchen, einen Nudelteig aus dem Vollkornmehl zu machen. Und ich war sofort überzeugt: Das sind meine neuen Lieblingsnudeln!

Der Teig war durch die kurze Knetzeit nicht klebrig und hat sich toll verarbeiten lassen. Hier sind der Kreativität mal wieder keine Grenzen gesetzt, denn mit den richtigen Zutaten lassen sich Nudeln in den unterschiedlichsten Farben kreieren. Ich bin auf eure Resultate gespannt.

Einkorn-Nudeln mit Tomatenmark

Zutaten:

540g Einkorn-Vollkornmehl

210g Wasser

10g Apfel-Essig

20g Olivenöl

70g Tomatenmark

Zubereitung:

Mische alle Zutaten in einer großen Schüssel zusammen und verknete sie, bis ein Teig entsteht. Stürze diesen dann auf die Arbeitsfläche und knete den Teig etwa 10 Minuten von Hand. Der Teig muss relativ trocken sein, sonst bleibt er in der Nudelmaschine kleben.

Lass’ den Teig etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen, bevor du ihn mit einer Nudelmaschine weiterverarbeitest. Wenn du keine Nudelmaschine besitzt, dann kannst du den Teig, wie meine Oma es immer gemacht hat, auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und in Bandnudeln schneiden.

Die Nudeln können direkt gekocht, oder müssen mindestens über Nacht getrocknet werden. Getrocknet halten sie sich viele Monate.


[1] https://hecker-urkorn.de/warum-urkorn-2/

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Kultiviertes Erdbeer-Ketchup

Heute möchte ich ein Rezept mit euch teilen, das etwas ungewöhnlich ist, weil zu den klassischen Tomaten auch Erdbeeren in diesem Ketchup landen. Ich habe tiefgefrorene aus dem letzten Jahr verwendet, weil es noch keine deutschen Erdbeeren in angemessener Qualität gibt.

Ich hatte im letzten Jahr bereits ein Mango-Chutney wild fermentiert, das heißt, ohne die Zugabe einer Starter-Flüssigkeit. Um die Gefahr einer Fäulnis aber zu verringern, habe ich diesem Ferment die Lake meines Karotten-Sellerie-Salat beigemischt, damit die guten Bakterien eine Chance haben 😊.

Alternativ kannst du auch die Molke deines Kefirs nehmen, dann wird der Geschmack aber auch wieder ein bisschen anders ausfallen. Jedes Ferment ist eben einzigartig.

Es war vor zwei Wochen relativ warm, weshalb ich eine relativ kurze Fermentationsdauer von zwei Tagen hatte. Da die Zutaten püriert sind, verläuft die Fermentation im Kühlschrank auch schneller ab, als das bei einer gehackten Salsa der Fall ist. Das heißt, dass das Ketchup zwar nicht schlecht, aber immer saurer wird und deshalb nicht allzu lange im Kühlschrank aufbewahrt werden sollte.

Geschmacklich hat dieses Ketchup eine leicht süßliche Note, weshalb es super zu Wild passt. Ich persönlich würde es aber auch auf einem Burger essen, oder meine Kartoffelecken darin dippen.

Hier das Rezept zum selbst ausprobieren:


Zutaten:

250g Erdbeeren (frisch oder tiefgefroren)

200g Tomatenmark

100g Honig

150g Starter-Flüssigkeit (z.B. die Lake von selbstgemachtem Sauerkraut)

+ ca. 50ml um das Ferment “abzudecken”

Zubereitung:

Gib alle Zutaten in deinen Mixer und püriere sie. Fülle die zähe Masse nun in ein sterilisiertes Glas und achte darauf, dass keine Reste mehr an den Rändern kleben. Nimm ansonsten ein Küchentuch und entferne diese.

Nimm nun die restliche Starter-Flüssigkeit und gieße sie vorsichtig über das Ketchup. Sie dient als zusätzlichen Abschluss, denn das luftdichte Verschließen der Soßen ist schwieriger, als das bei Gemüse der Fall ist.

Verschließe nun alles luftdicht und lasse es 2-3 Tage (abhängig von der Temperatur in deiner Küche) fermentieren. Ich drehe den Decken ein Mal am Tag kurz auf, um entstehendes Gas entweichen zu lassen, oder verwende Gäraufsätze, damit das Glas nicht platzen kann.

Nach zwei Tagen habe ich die Starter-Flüssigkeit, die als Abschluss diente, in das Ketchup eingerührt. In kleinere Flaschen umgefüllt, habe ich das Ketchup in den Kühlschrank gestellt, wo es sich bis zu zwei Wochen hält, allerdings immer saurer wird.

 

Frisches, fruchtiges Erdbeer-Ketchup
Sommerlich-frisches Ketchup mit besonderer Note
Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Sprossen ziehen

Ballaststoffe

Besonders im Winter ist es oft schwierig, frische Kräuter zu bekommen. Zusätzlich sind 15 bis 30g dann noch in Plastiktüten verpackt. Auch die erhältlichen Töpfe bestehen aus Plastik und haben obendrein noch eine Folie um den Topf.

Ich hatte mir im Herbst einen Sprossenturm bestellt und mehrere glücklose Versuche gestartet, um meine eigenen “Microgreens” zu ziehen. Die Samen waren teilweise zu klein und sind damit alle in der Auffangschale gelandet, oder sie sind geschimmelt, weil die Bedingungen nicht optimal für die Aufzucht waren.

Vor einigen Wochen war ich in einem Bio-Laden, der Sprossengläser im Angebot hatte. Ähnliche hatte ich bereits gesehen, allerdings waren diese komplett aus Plastik, weshalb ich sie im Regal stehen gelassen habe. Der Deckel ist auch aus Plastik, macht aber einen stabilen Eindruck, sodass ich – den Plastikmüll von gekauften Kräutern im Kopf – zugegriffen habe.

Frische Sprossen aus dem Sprossenglas

Inzwischen habe ich mehrfach erfolgreich Sprossen gezogen und das, obwohl ich nicht gerade den grünen Damen habe 😃. Böse Zungen behaupten sogar, dass er eher in Richtung braun bis schwarz gehe. Die Methode scheint also so alltagstauglich, dass es sogar mir gelungen ist, diese kleinen Nährstoffbomben in meiner Küche zu ziehen.

Super finde ich auch, dass die Deckel auf ein Standardglas passen, z.B. auf ein Gurkenglas, sodass ich nicht alles neu kaufen muss, wenn mir das Glas mal zerbricht. Ganz kleine Samen können teilweise auch durch kräftiges Schütteln herausfallen, aber ich habe bei weitem nicht so viel Verlust wie bei meinem Sprossenturm.

Anleitung:

Gib’ einen Esslöffel der Sprossen, die du ziehen möchtest (z.B. Brokkoli), in das Glas und fülle dieses mit Wasser auf. Ich lasse die Sprossen dann eine Zeit lang im Wasser stehen, sodass sie genug Flüssigkeit aufnehmen können (ca. 1 Stunde).

Drehe dann den Deckel auf das Glas und schütte das Wasser ab. Die Samen müssen nicht ganz trocken sein. Anschließend drehe ich das Glas um und schüttele es, sodass sich die Samen am Rand des Glases verteilen können.

Dann wird das Glas an einen warmen Ort, der hell ist. Direkte Sonneneinstrahlung meide ich, damit die Samen nicht komplett austrocknen.

Jeden Tag drehe ich den Deckel ab und fülle das Glas ein Mal mit Wasser und spüle die Samen. Je nach Sorte bildet sich bereits am zweiten Tag ein kleines Schwänzchen. Sobald die Sprossen fertig sind (4-6 Tage bei Brokkoli oder dem Sprossen-Mix, den ich verwende), fülle ich das Glas nochmals mit Wasser und warte, dass die Samen abfallen. Die Sprossen entnehme ich dann.

Die Sprossen schmecken toll in einem grünen Smoothie oder geben einem grünen Salat eine besondere Note. Deshalb werde ich auch jetzt, obwohl es im Garten wieder Petersilie und Co. gibt, weiterhin Sprossen ziehen 😊.

Veröffentlicht am 6 Kommentare

Experiment #1: Rhabarber fermentieren

So, die ersten Sonnenstrahlen haben den Rhabarber in unserem Garten dermaßen wachsen lassen, dass es Zeit für die erste Ernte war. Sofort stellte sich dann aber die Frage, was ich damit anstellen kann.

Da ich ja immer noch Zucker wegen der Leaky-Gut-Problematik meide, war das Einkochen von Marmelade oder das Backen eines Kuchens keine Option. Schwiegermutter, Tante und Oma rieten zum Kochen von Kompott mit einer Obstsorte (z.B. Erdbeere), die die nötige Süße geben sollte. Erdbeeren hatte ich keine.

Also habe ich weiter herumgefragt, bis ich eine Antwort bekam, die meine Kriterien erfüllten: der Rhabarber sollte für eine gewisse Zeit haltbar gemacht werden, ohne dass Zucker dazugegeben werden muss. (Notfalls hätte ich ihn einfrieren müssen, aber wozu wertvollen Platz im Gefrierschrank verschwenden?!)

Eingelegter Rhabarber

Solche Rezepte scheinen zunehmend in Vergessenheit zu geraten, denn hier war es mal wieder die Oma einer Bekannten, die ihren Rhabarber so haltbar gemacht hat: Sie hat ihn einfach in Wasser eingelegt und ihn luftdicht verschlossen. Ohne Salz? Ohne ihn einzukochen? Klingt spannend!

Ich habe mir das Ganze nochmal durch den Kopf gehen gelassen: Das Salz im Ferment soll verhindern, dass das Gemüse (ja, Rhabarber zählt zu den Gemüsesorten 😉) matschig wird. Will ich ein Kompott, dann darf das ruhig weich sein. Und das vollständige Bedecken mit Flüssigkeit verhindert, dass das Ferment schimmelt.

Nix wie ab in die Küche und fleißig Rhabarber geschnibbelt. Ich habe dann neben dem Rhabarber-Wasser-Ferment noch ein Rhabarber-Chutney angesetzt, das natürlich auch zum Fermentieren in meiner Küche steht. Sobald ich die ersten Geschmacksproben genommen habe, werde ich berichten, wie es geworden ist 😃.

Update:

Experiment geglückt: Kein Schimmel erkennbar und die erste Geschmacksprobe hat gezeigt, dass dieses Ferment komplett ohne Salz auskommt.

Ich habe sowohl den in Wasser eingelegten Rhabarber, als auch das Chutney verkostet. Beides fermentierte fröhlich vor sich hin und entspricht inzwischen völlig meinen geschmacklichen Vorstellungen. Der Rhabarber verliert einen Teil seiner Säure und wird weicher – toll als Topping für Joghurt oder Müsli.

Während der Fermentation haben sich deutlich weniger Bläschen gezeigt, als dies normalerweise der Fall ist. Solange sich aber Bläschen bilden, hast du alles richtig gemacht. Viel Spaß beim Ausprobieren!