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Frisches Obst ohne Zucker haltbar machen – #1 Saft

Ist es nicht herrlich, wenn alles reif wird und es frische Beeren und Früchte gibt? Dann gehört es zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Kinder, durch den Garten zu marschieren und sich an der Ernte zu bedienen. Meistens ist es aber so, dass die Erntezeit recht kurz ist und das Obst schnell schimmelt, deshalb koche ich es ein – natürlich ohne Zucker.

Auf den süßen Zusatz zu verzichten bedeutet, dass ein wichtiges Konservierungsmittel fehlt, denn durch den beigefügten Zucker hält sich Obst viel länger. Auch hier habe ich diverse Erfahrungen gemacht mit leider schnell schimmelnden eingekochten Marmeladen oder Sirups.

Weil Zucker immer noch zu den Nahrungsmitteln gehört, die ich weitestmöglich in unserem Speiseplan meide, habe ich die Hoffnung trotzdem nicht aufgegeben und mal wieder herumgefragt, wie ich Obst ohne Zucker haltbar machen kann. Die häufigste Antwort: gar nicht. Aber als ich dann im letzten Jahr Holundersaft geschenkt bekommen habe, der auch nur Holunder enthielt, wusste ich, dass es klappen kann, denn zwei dieser Gläser fristen ihr Dasein immer noch in meinem Keller.

Bisher habe ich noch keinen Saft aus sehr süßen Früchten eingekocht, ob diese Methode auch hier funktioniert, weiß ich nicht. Vielleicht kennt sich ja einer von euch hier aus und kann mir da auf die Sprünge helfen. Mein Rezept funktioniert auf jeden Fall für Holunder und den von mir eingekochten Johannisbeeren. Viel Spaß beim Ausprobieren.


Zubehör:

sterilisierte Einmachgläser oder Flaschen

Passiertuch oder Küchenhandtuch

 

Zutaten: 

frische Holunder- oder Johannisbeeren

 

Anleitung: 

Beeren waschen, verlesen und abtropfen lassen. Bei den Holunderbeeren solltest du die dicken Stiele entfernen, weil der Saft sonst deren Bitterkeit annimmt. Gib‘ die Beeren dann – mitsamt den Stielen – in einen großen Kochtopf und stelle ihn auf kleine Stufe.

Lass‘ die Beeren abgedeckt Saft ziehen, das hat bei mir ca. 30 Minuten gedauert. Eine Zugabe von Wasser ist nicht nötig, weil der Herd so klein gestellt ist, dass der Saft nicht anbrennt.

Koche nun alles auf und lass‘ es für circa 5 Minuten köcheln, sodass alle Beeren ihren Saft  verlieren. Passiere die Flüssigkeit und koche sie anschließend nochmal auf. Fülle den Saft kochend heiß in die sterilisierten Gläser, verschließe sie fest und stelle sie auf den Deckel.

Ich lasse die Gläser mindestens einen Tag stehen, denn es ist wichtig, dass der Inhalt komplett auskühlt, bevor die Gläser an einem kühleren Ort gelagert werden. Wenn du sehr sauber gearbeitet hast, dann hält sich dein Saft mindestens 1 Jahr.

Der Saft schmeckt herrlich erfrischend als Schorle, oder er kann, wenn du ihn länger einkochst, als Sirup über einem Nachtisch verwendet werden. Ich benutze ihn gerne um meinen Kombucha damit zu aromatisieren.

 

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Die Challenge: No-Waste-Almost-Smoothie

Ballaststoffe

Wie bereits in meinem vorherigen Post erwähnt, galt es ein halbes Bund Karottengrün weiterzuverwerten. Da mir spontan kein besserer Einfall kam, wie ich ungefähr hundert Gramm Grünzeug so zubereite, dass es auch verzehrbar ist, wurde es kurzerhand in meinen Power-Mixer gesteckt.

Jetzt wäre es ja langweilig gewesen, zwei Bananen dazuzugeben und das süße Getränk zu schlürfen – es sollte schon etwas ausgefallener sein. Schließlich wollt ihr ja auch was zum Schmunzeln haben 😉.

Vorsorglich hatte ich bereits abgepflückte Kohlrabi-Blätter in der Bio-Abteilung mitgenommen. Die wollte ja eh keiner mehr – außer mir 😇.

Etwas Süße sollte dann doch noch rein, denn ein Gemüse-Smoothie mit den groben Blättern wäre wohl kaum herunterzubekommen gewesen. Glücklicherweise hatte ich noch eine halbe Wassermelone im Kühlschrank.

Und wenn der Drink dann schon so grün war und so viele Vitamine enthielt, dann könnte es doch noch ein bisschen mehr sein: Zitronen habe ich immer im Haus und da der Herr des Hauses gerade eine dicke Erkältung bekämpfte, konnte ein bisschen Vitamin C nicht schaden.

Für die nötige Flüssigkeit – und etwas Süße – sorgte dann noch mein frisch abgefüllter Kombucha. Den habe ich ebenfalls immer im Haus und die probiotischen Kulturen würden dabei helfen, dass mein Körper die Vitamine auch besser verstoffwechseln kann.

Den letzten Schliff bekam mein Drink mit einem Teelöffel Kokosöl, denn das Fett ermöglicht es dem Körper, die enthaltenen Vitamine aufzunehmen.

Als ich mir dann die Zusammenstellung im Mixer anschaute, musste ich schlucken, denn nach kulinarischem Hochgenuss sah das Ganze nicht aus. Besonders die Kohlrabiblätter machten mir Sorgen, dass ich nach dem Mixen doch noch viel zu kauen hatte 😳. Egal, no waste heißt ja dann auch, dass alles vertilgt werden muss. Notfalls über zwei Tage verteilt 🤓.

Also wurde der 3 PS Motor angeworfen und alles zu einer Masse zerkleinert. Die Höchstnutzung des Geräts von einer Minute, damit der Motor nicht überhitzt, wurde voll ausgenutzt. Trotzdem war das Endergebnis nicht wirklich ein Smoothie im wortwörtlichen Sinne, denn ohne Kauen ging es nicht, auch wenn keine Stücke mehr vorhanden waren.

Die Pflanzenfasern waren wohl zu zahlreich, um ein süffiges Wellness-Detox-Getränk zu erhalten. ABER: Es dauerte keine halbe Stunde, dann hatte ich alles ausgetrunken, denn die Zitrone gab dem Ganzen die nötige Frische, sodass es tatsächlich besser war, als ich vermutet hatte.

Nachmachen würde ich nur empfehlen, wenn du einen Hochleistungs-Mixer hast, denn für einen Standard-Mixer sind die Kohlrabiblätter einfach zu fest (bereits ausprobiert).

Weil ich auf diesem Blog meine Erfahrungen mit Leaky Gut teile, auch der Hinweis, dass Alle, die mit dem Magen-Darm-Trakt Probleme haben, das Rezept nicht ausprobieren, denn damit würdest du deine Verdauung überfordern.

Und alle Anderen: Probiert es aus, oder schreibt mir, welche neue Kombination ihr ausprobiert habt, um ungeliebtes, für den Kompost vorgesehenes Grünzeug zu retten ☺️.


Zutaten:

3 Kohlrabiblätter

etwa 100g Karottengrün

ca. 200g Wassermelone (ja, mit der Schale 😅)

Saft einer Zitrone

Schale einer Zitrone

150ml Kombucha

1 TL Kokosöl

Zubereitung:

Zerkleinere das Karottengrün und die Kohlrabiblätter grob. Schneide die Wassermelone, mitsamt der Schale, in mundgerechte Stücke und gib alles in den Mixer.

Füge den Saft einer Zitrone, sowie deren abgeriebene Schale hinzu. Ich habe einen Sparschäler genommen, das hat super funktioniert. Achte aber darauf, dass das Weiße nicht mehr dran ist, sonst wird dein Getränk bitter.

Gib nun den Kombucha und das Kokosöl hinzu und püriere alles auf höchster Stufe.

Wenn der nicht mal gesund aussieht…

 

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber nachdem ich den halben Liter meines No-Waste-Almost-Smoothie getrunken hatte, hätte ich Bäume ausreißen können 💪.

Wer ist noch mutiger? Rezept bitte teilen, ich probiere es aus 😏.

 

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Ich-ess‘-doch-keine-Petersilie-Salat

Just in dieser Woche hatte ich eine Unterhaltung darüber, wie schwierig es ist, den Geschmack von drei Kindern und einem – nach eigenen Angaben – gar nicht wählerischen Mann zu treffen. Manche Zutaten werden komplett abgelehnt, ganz oben auf der Negativ-Hitliste sind Süßkartoffeln, gefolgt von Kürbis. Andere Zutaten werden akzeptiert, solange sie nicht dominant im Gericht zu schmecken sind, wie Zwiebeln und Knoblauch.

Meine jüngere Tochter lehnt konsequent Petersilie ab, allein ihr Aussehen lässt sie schon vermuten, dass das ja nicht schmecken kann. Ab und an wird Petersilie widerwillig verspeist, zum Beispiel wenn sie in der Lieblingssuppe mit Markklößchen zu finden ist 🙄. An anderen Tagen scheint sie aber besonders grün oder besonders strubbelig zu sein, dann wird sie nicht angerührt, auch nicht, wenn sie umgeben von den heißgeliebten Karotten in einem Salat ist.

Naaaaja, Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Ihr wisst, dass die liebe Zorra zur Zeit ein Blogevent mit dem Thema Foodwaste veranstaltet, deshalb musste eine neue Zutat herhalten. Zum Gegrillten musste es natürlich wieder der Karottensalat sein, der mit geriebenem Apfel ein Salat ist, den alle drei Kinder gerne essen. Die Petersilie kann dann jeder selbst darüberstreuen 🙃.

Zum Glück gibt es wieder frische Karotten, die dann auch prompt mit frischem Grün zum Verkauf standen. Also habe ich erst einmal recherchiert, ob das Grün auch essbar ist. Es stellte sich heraus: JA und gesund ist es noch dazu. Super 👍. Petersilie war es ja keine, also durfte es ja in den Salat.

Feldfrische Karotten mit Grün

Ich habe mich natürlich sofort in die Küche gestellt und fleißig gerieben und geschnibbelt. Das Dressing habe ich genau wie bei unserem klassischen Karottensalat gemacht, nur dass ich statt dem Bund Petersilie einen halben Bund des Karotten-Grün untergemischt habe. Die Stängel sind wie bei höher gewachsener Petersilie etwas grob, aber deshalb habe ich es auch besonders fein geschnitten, clever, oder?!

Mit einem triumphalen Lächeln habe ich den Salat serviert, denn ich kannte schon den Spruch der Mittleren: ,,Ich ess‘ doch keine Petersilie!“ ,,Das ist keine Petersilie😇!“ ,,Was denn?!“ … Um das Ganze abzukürzen: Trotz meines Einfallsreichtums war meine Kreativität nicht von Erfolg gekrönt. Es stellte sich heraus, dass Karottengrün irgendwie noch schlimmer zu sein schien, als die gewöhnliche Petersilie 😩. Noch so eine Zutat auf der Roten Liste…

In einer Hinsicht hatte das Unterfangen aber doch etwas Positives: Karottengrün ist essbar und dazu noch sehr lecker, klare Verzehrempfehlung. Die Kritiker, die beim Lesen des Rezepts aber meckern, dass ja nur ein halber Bund des Grüns verwendet wurde, der sollte meinen nächsten Beitrag lesen. Doch seid gewarnt: Mit kulinarischem Hochgenuss hat dieser nichts zu tun. Für mich hatte es eher den Charakter einer Challenge. Nichtsdestotrotz wurde alles verzehrt 😏.

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Was tun, wenn mein Brot nichts wird?

Insbesondere, wenn man mit dem Brotbacken anfängt, ist es oft schwierig, den richtigen Zeitpunkt für’s Backen zu bestimmen. Entweder das Brot ist noch nicht genug aufgegangen, oder es hat schon Übergare und fällt in sich zusammen.

Bei mir kommt noch hinzu, dass ich mich eigentlich nie an ein Rezept halte, auch weil sich kaum welche finden, bei denen ausschließlich mit Vollkorn gearbeitet wird. Rezeptbücher, in denen Urkorn verwendet wird, besitze ich auch, aber dort wird ebenfalls selten das ganze Korn verbacken.

Das heißt, dass ich schon des Öfteren unbefriedigende Backergebnisse erzielt habe, denn ein nicht vollständig gegangenes Brot lässt sich nicht mehr so durchbacken, dass die anspruchsvollen Sprösslinge zufrieden wären.

Wie so oft sollte man auch hier aus der Not eine Tugend machen und das missglückte Brot einfach komplett aufschneiden und trocknen lassen. Je dünner die Scheiben, desto schneller ist es vollständig getrocknet.

Ich zerbreche die Scheiben dann und gebe sie in meinen Turbo-Mixer. Dann habe ich im Nu frisches Paniermehl. Der Vorteil auch hier: Ich weiß, was drin ist.

Solltest du keinen Mixer haben, kannst du das Brot auch mit einer Reibe zerkleinern. Wichtig ist, dass es komplett trocken ist, da sonst die Gefahr besteht, dass du Schimmel züchtest.

Luftdicht verschlossen hält sich das Paniermehl viele Monate. Ich verwende es dann, um Schnitzel zu panieren, aber auch als Brühstück in meinem nächsten Brot.

Der Vorteil bei einem Brühstück ist, dass du zusätzliche Flüssigkeit in dein Brot bekommst und es dadurch saftiger ist und länger frisch hält. Dazu gebe ich ca. die doppelte Menge (in g) heißes Wasser auf das Paniermehl und lasse es ca. 30 Minuten – während der Autolyse – quellen. Anschließend verknete ich es im Teig.

Wenn du noch weitere Ideen hast, wie ein missglücktes Brot verwendet werden kann, dann lass‘ es mich wissen ☺️.