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It’s tea time – Toast with cultured cream cheese

Zum Bloggeburtstag der lieben zorra von 1x umrühren aka Kochtopf wird zur tea time eingeladen. Neben süßen Leckereien sollte aber auch etwas Deftiges auf die Tafel kommen, denn wie schon Gwendolen in Oscar Wilde’s Stück The Importance of Being Earnest feststellte: „Cake is rarely seen in the best houses anymore.“ Mit diesen Worten bat sie um „bread and butter„. Weil nach meiner Erfahrung das Brot in England eher Toast ähnelt, gibt es hier einen Vollkorntoast mit Frischkäse und den obligatorischen Gurken.

Aber auch für dieses Rezept sollte es mal wieder wenig klassisch sein, denn Rezepte für weißen Toast gibt es zahlreiche im Netz. Deshalb musste mal wieder mein heißgeliebter Khorasanweizen herhalten. Seitdem ich begonnen habe, mit diesem Urkorn zu backen, ist meine Familie davon begeistert. Ich liebe die Teigverarbeitung, die normalem Weizen sehr ähnelt und der nussige Geschmack haben die kritischen Esser vollauf überzeugt.

Als Triebmittel habe ich Hefewasser genommen, das aber länger gebraucht hat, als üblich, um den gewünschten Trieb zu erzielen. Vielleicht lag das aber auch an den eher unüblichen Zutaten Butter und Kefir, die ich im klassischen Brot nicht verwende. Es gibt bestimmt einige Erfahrene, die mich hier erleuchten können ☺️. Das Hefewasser kann auch einfach durch 2g Frischhefe und Wasser ersetzt werden. Ich würde den Teig dann im Kühlschrank gehen lassen, weil er dann ein volleres Aroma entfaltet.

Neben diesem Buttertoast serviere ich einen kultivierten Frischkäse. Weil ich nach wie vor auf die probiotischen Kulturen im Kefir schwöre, habe ich mich an einem Frischkäse aus dem „Getränk der Hundertjährigen“ versucht. Der Geschmack ist etwas säuerlicher, als der von klassischem Frischkäse, was aber auch daran gelegen haben mag, dass ich den Kefir länger als die üblichen 24 Stunden fermentieren gelassen habe.

Nun genug der vielen Worte, es soll schließlich aufgetischt werden, schließlich ist die Party schon am Dienstag 💐🍀💕:

Vorbereitung am Vortag für den Frischkäse:

Nimm‘ eine Schüssel und lege ein Sieb herein, in das du ein Küchentuch (fusselfrei) legst. Schütte ca. 500ml fertigen Kefir in das Tuch und lege einen Deckel darüber. Stelle nun alles bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank, sodass sich Molke und Käse trennen können.

Zutaten für den Toast:

550g Khorasan-Vollkornmehl

340g aufgefrischtes Hefewasser

100ml Kefir

100g weiche Butter

8g Salz

Zubereitung:

Verknete alle Zutaten, außer dem Salz, zu einem geschmeidigen Teig und lass‘ diesen für ca. 30 Minuten ruhen. Füge nun das Salz hinzu und knete es unter. Lege den Teigling nun in eine gefettete und bemehlte Kastenform und Decke ihn mit einem Küchentuch ab.

Lass‘ den Teig gehen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat. Das hat bei mir etwa 8 Stunden gedauert. Heize dann den Backofen vor und backe den Toast für ca. eine Stunde bei 190 Grad Ober-/Unterhitze.

Während der Toast im Ofen ist, kannst du den Frischkäse aus dem Kühlschrank nehmen und den Käse aus dem Tuch kratzen. Verfeinere ihn mit frischen Kräutern, oder genieße ihn „plain“. ich habe mich natürlich für cucumbers entschieden 😅. Die abgetropfte Molke kannst du als Starter verwenden, um Gemüse zu fermentieren, oder du fügst sie einem Dressing oder einem Shake hinzu.

Den noch lauwarmen Toast mit Butter und dem Frischkäse bestreichen. Enjoy 😊.

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Laugenbrezeln aus Khorasan-Weizen

Laugenbrezeln sind bei uns allseits beliebt und dürfen bei Ausflügen oder Familienfeiern nicht fehlen. Bei Ausflügen habe ich eine gute Alternative zu den oft servierten Pommes oder Burger. Sie lassen sich gut vorbereiten und halten den ganzen Tag über frisch – was man von einem Bäckerbrötchen selten behaupten kann.

Bei Familienfesten darf das Laugengebäck auch nicht fehlen, denn Kuchen fällt aufgrund seines Zuckergehalts raus, stattdessen gibt es Frischgebackenes mit leckeren Dips, Gemüsesticks, oder andere Häppchen.

Die klassische Laugenbrezel wird natürlich aus einem hellen Weizenmehl hergestellt, damit sie schön fluffig wird und beim Backen gut aufgeht. Mit einer solchen Brezel kannst du meine Vollkorn-Variante nicht vergleichen, weil Vollkornteige viel schwerer sind und deshalb auch nicht so sehr aufgehen können, wie das bei einem Teig aus Auszugsmehl der Fall ist.

Aber es geht bei meinen Rezepten ja auch darum, Alternativen aufzuzeigen, gerade weil immer mehr Menschen den umgezüchteten Hochleistungsweizen schlecht bis gar nicht vertragen, oder diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten entwickeln. Zudem trägt die lange Gehzeit zu einer besseren Bekömmlichkeit bei.

Ich weiß, dass Viele auch auf Milchprodukte sensibel reagieren, diese nicht vertragen, oder aufgrund einer veganen Lebensweise meiden und habe auch viel darüber gelesen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich ausschließlich Milch in fermentierter Form zum Kochen und Backen verwende, weil wir diese sehr gut vertragen. Dazu setze ich auf beste Qualität und nehme eine nicht-homogenisierte Milch.

Ich habe Milch oft durch Reis- oder Haferdrink ersetzt, aber die hat niemand von uns gut vertragen. Deshalb habe ich diese stark verarbeiteten Lebensmittel irgendwann gestrichen und stattdessen lieber Wasser verwendet. Der Geschmack ist natürlich nicht der Gleiche, aber dafür gab’s auch keine Bauchschmerzen.

Hier also das Rezept:


Zutaten:

650g Khorasan-Weizen

250g aufgefrischtes Hefewasser

50g aufgefrischten Sauerteig

75g Kefir

50g weiche Butter (alternativ: 30g Kokosfett)

9g Salz

Anleitung:

Sieb‘ zunächst den Khorasanweizen und übergieße die Kleie mit kochendem Wasser (ca. 175g) und füge das Salz hinzu. Gib‘ das Hefewasser, den Sauerteig, den Kefir und die weiche Butter in eine Schüssel und füge das Mehl hinzu. Verknete alles zu einem homogenen Teig und lass‘ diesen dann für etwa 30 Minuten abgedeckt ruhen.

Jetzt sollte die Kleie gut verquollen sein und nicht mehr heiß. Lass‘ sie kurz abtropfen und gib‘ diese dann zu dem Teig. Verknete alles kräftig. Das kann gut und gerne 5 bis 8 Minuten dauern.

Forme nun Brezeln, Stangen oder Brötchen aus dem Teig und lege sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Lass‘ die Teiglinge, mit einem Küchenhandtuch abgedeckt, etwa vier Stunden an einem warmen Ort gehen. Das dauert bei meinem triebfreudigen Hefewasser ca. 4 Stunden.

Wenn die Teiglinge merklich aufgegangen sind, kannst du den Backofen auf 180°C vorheizen. Stelle das Backblech zunächst für etwa 10 Minuten in die Tiefkühltruhe, damit die Teiglinge anhauten. Bereite in dieser Zeit eine 4%ige Lauge vor (gibt es in der Apotheke; Warnhinweise beachten!). Tauche die Teiglinge dann für etwa 10 Sekunden in die Lauge und setze sie auf das Backblech.

Bei 180°C Ober-/Unterhitze solltest du das Laugengebäck etwa 25 Minuten backen. Für eine dunklere Kruste solltest du sie 30 Minuten im Ofen lassen.

Auch als Laugenbrötchen lecker 😋
Auch als Laugenbrötchen lecker 😋
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Exotisches Bananenbrot mit Kokos – Heimat trifft Ferne

Exotisches Urkornbrot mit Banane und Kokos

Dieses Rezept wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt, denn es wurde von meiner Ältesten entwickelt 😃. Sie isst besonders gerne den exotischem Verwandten unserer heimischen Nüsse. Neben Kokoschips hat sie weitere karibische Zutaten verwendet, die beim Duft dieses Brotes ein Urlaubs-Feeling aufkommen lassen.

Da ich bei Mehlen aber weniger experimentierfreudig bin, war die Grundlage dieses Brotes der Blue Velvet, der seinem Namen alle Ehre macht. B Orte oder auch Hefegebäcke mit Blue Velvet schmecken samtig-weich. Wie bei allen Dinkelsorten gebe ich dem Teig ein Brüh- oder Quellstück hinzu, um eine vorzeitige Austrocknung zu verhindern.

Hier hat Töchterlein mit der enthaltenen Banane eben dieses erreicht, denn das Brot schmeckt nicht süß, es ist aber sehr saftig und hält länger frisch. Belag braucht es dann keinen mehr, denn die vielen Komponenten führen zu einem komplexen Geschmackserlebnis ☺️. Einzig etwas gute Butter darf bei mir auf keinem Brot fehlen.


Vorbereitung am Vortag:

Sauerteig auffrischen

50g Kokoschips mit kochendem Wasser übergießen

 

Zutaten:

600g Blue Velvet (alternativ: Dinkel)

450g Wasser

80g Sauerteig (Einkorn)

1 reife Banane

5 TL Kakaopulver

5g Salz

 

Zubereitung:

 

Gib‘ zunächst das handwarme Wasser in eine Schüssel und füge dann das Mehl und den Sauerteig hinzu. Verknete alles zu einer homogenen Masse. Decke die Schüssel dann ab und lass‘ den Teig für 30 bis 60 Minuten ruhen (Autolyse).

Stürze den Teig dann auf die Arbeitsfläche und Knete diesen gut durch. Füge nun das Salz hinzu und arbeite dieses in den Teig ein. Zerdrücke nun die Banane und vermenge sie mit dem Kakaopulver. Knete diese Masse nun vorsichtig unter den Teig und gib‘ diesen dann in eine Kastenform, oder in ein Gärkörbchen.

Lass‘ den Teigling bei Zimmertemperatur (21-23 Grad) gehen. Bis sich sein Volumen deutlich vergrößert hat. Die Dauer hängt von dem Alter deines Sauerteigs ab. Ich kann nach 3,5 bis 4 Stunden backen, weil meiner schon älter ist.

Wenn sich an der Oberfläche Risse zeigen, kannst du den Backofen mit einem Blech auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Schale mit Wasser auf den Boden deines Backofens stellen. Wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, stürze den Teigling auf das heiße Blech, oder schiebe die Kastenform ein.

Nach 20 Minuten wird die Schale mit Wasser entnommen und die Temperatur auf 180 Grad reduziert. Backe das Brot für weitere 40 Minuten und prüfe dann, ob es durchgebacken ist, indem du auf die Unterseite klopfst (Klopfprobe). Wenn es hohl klingt, kannst du es zum Auskühlen auf ein Gitterrost legen.

Frisch aus dem Ofen 😋

Solltest du eine Idee für einen passenden Belag haben, lass‘ es mich wissen 😉.

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Rustikales Zwiebelbrot zu Gegrilltem

Nachdem sich der Sommer bei uns viel Zeit gelassen hat, kommen jetzt so langsam auch die hochsommerlichen Temperaturen zu uns in den Hunsrück.

Wenn dann nächste Woche die Sommerferien anfangen, wird dann wieder häufiger ein schönes Feuer errichtet, um dann bei Gegrilltem und frischen Salaten die wärmste Zeit des Jahres zu genießen.

Statt zum klassischen Baguette zu greifen, backe ich dann lieber Brot, das die üppige Tafel geschmacklich ergänzt 😊. Weil ich auch Fan von allerlei Dips bin, sollte die Beilage auch hierzu passen.

Das ist mir bei dem Brot, dessen Rezept ich heute mit dir teile, ganz gut gelungen. Probier‘ es einfach aus und sag mir, wie du es findest. Meinen Testessern hat es allesamt sehr gut geschmeckt 😇.

Vorbereitung am Vortag:

Sauerteig auffrischen

Zutaten für 2 Brote zu je 750g:

450g Emmer-Vollkornmehl (alternativ:Dinkel)

450g Waldstaudenroggen (alternativ: Roggen)

200g Sauerteig (Roggen oder Einkorn)

550g Wasser

3 rote Zwiebeln

Butterschmalz

16g Salz (oder mehr)

Zubereitung:

Erhitze das Butterschmalz in einer Pfanne auf niedriger Stufe. Schneide nun die Zwiebeln in Ringe und röste sie an, bis sie glasig sind.

Bereite in der Zwischenzeit den Teig zu, indem du das (lauwarme) Wasser in eine Schüssel gibst. Füge den Sauerteig und das Mehl hinzu und verknete alles kräftig.

Decke den Teig ab und lass‘ ihn für etwa 30 Minuten ruhen. In der Zeit sollten deine Zwiebeln einen herrlichen Duft verströmen, sodass du sie zum Auskühlen vom Herd nehmen kannst.

Stürze den Teig nach der Ruhezeit (Autolyse) auf die Arbeitsfläche und füge nun das Salz hinzu. Knete das Salz komplett unter den Teig. Gib’ am Schluss die Zwiebeln hinzu, diese solltest du möglichst vorsichtig in den Teig kneten.

Bemehle nun zwei Gärkörbchen, oder fette zwei Kastenformen ein, forme den Teig in die entsprechende Form und lege ihn zur Reife dort hinein. Dann heißt es warten ☺️. Mein Sauerteig ist schon etwas älter und braucht deshalb bei Raumtemperatur 21-23 Grad) ca. 3,5 Stunden, bis ich den Backofen vorheizen kann.

Wenn der Teigling deutlich aufgegangen ist und die Oberfläche Risse zeigt, dann ist es Zeit für‘s Backen. Heize den Backofen zusammen mit einem Backblech auf 250 Grad vor und stelle ein Schälchen Wasser auf den Boden deines Ofens. Das verdampfende Wasser sorgt dafür, dass der Teig nicht austrocknet.

Die Risse zeigen, dass das Brot gut aufgegangen ist.

Sobald der Backofen heiß ist, stürzt du das Brot aus dem Gärkörbchen auf das Blech, oder stellst die Kastenformen in den Backofen. Wenn du ein klassisches Muster möchtest, schneidest du das Brot ein, ansonsten lässt du es aufplatzen, das verleiht ihm ein rustikaleres Aussehen 😋.

Backe das Brot ca. 20 Minuten an. Dann nimmst du das Schälchen mit dem Wasser mit Ofenhandschuhen heraus und reduzierst die Temperatur auf 180 Grad. Backe das Brot für weitere 40 bis 50 Minuten, sodass die gewünschte Bräune erreicht ist.

Lass’ dein Brot auskühlen und serviere es zu Gegrilltem, oder mit einem leckeren Dip.

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Schoko-Haselnuss-Brot

Am letzten Wochenende wollte ich gerne eine neue Brotsorte ausprobieren. Häufig mische ich verschiedene Getreidesorten, um einen ausgewogenen Geschmack und eine schöne Krume zu erzielen.

Nichtsdestotrotz wollte ich mal wieder ein Brot backen, das sortenrein ist, aber trotzdem das gewisse Etwas hat: Die Wahl fiel auf Emmer, weil er sich toll verarbeiten lässt. Obwohl das gemahlene Korn sehr grob ist und fast schon an Paniermehl erinnert, bildet er eine schöne Struktur beim Kneten.

Emmer ist eine Ur-Form des Dinkels und tendiert daher auch dazu, schneller trocken zu werden, weshalb ich Broten mit Emmer, Blue Velvet – einer anderen alten Dinkelsorte – und gewöhnlichem Dinkel meistens ein Quell- oder Kochstück beimische, um mehr Flüssigkeit im Brot zu haben.

Es sollte aber nicht wieder Leinsamen und Sesam sein, deshalb fiel die Wahl auf Nüsse. Walnüsse habe ich bereits in meinem Walnuss-Feige-Brot, also sollte die Haselnuss zeigen, ob sie mich auch überzeugen konnte. Und womit Haselnuss harmoniert, das haben bereits die großen Süßwarenunternehmen für sich entdeckt. Süß sollte das Brot aber nicht werden, so habe ich eine 85%ige Bitterschokolade gewählt.

Als das Brot aus dem Ofen kam, duftete es herrlich nach gerösteten Nüssen und Schokolade. Noch warm angeschnitten war es sofort heißbegehrt bei der hungrigen Meute und obwohl wir schon gut gefrühstückt hatten, war es noch vor dem Mittagessen halb verschwunden – waren wohl die Mäuse dran 😃 .

Hier also das Rezept dazu:

Zutaten:

500g Emmer-Vollkornmehl (alternativ: Dinkel)

100g Haselnüsse

50g gehackte Schokolade (85%)

300g Wasser

40g Einkorn-Sauerteig (alternativ: Dinkel oder Roggen)

5g Salz

Vorbereitung am Vortag:

Sauerteig auffrischen

Zubereitung:

Schütte die Haselnüsse in eine kleine Schüssel und übergieße sie mit kochendem Wasser, sodass sie quellen können. Hacke die Schokolade grob.

Gib‘ nun das lauwarme Wasser in eine Schüssel und füge das Mehl und den Sauerteig hinzu. Vermische alles und verknete es dann zu einem homogenen Teig. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig für etwa 30 Minuten ruhen (Autolyse).

Stürze den Teig auf die Arbeitsfläche und verknete den Teig nun, bis er geschmeidig ist. Füge nun das Salz und die Nüsse hinzu und verknete alles, bis sich die Nüsse und das Salz im ganzen Teig verteilt haben.

Gib den Teig nun in ein bemehltes Gärkörbchen und bemehle die Oberseite des Teiglings. Decke nun ein Küchentuch darüber und lass‘ den Teig für ca. 4 Stunden gehen. Die Gehzeit ist abhängig von der Temperatur. Im Keller kann die ganze Prozedur gut und gerne 8 Stunden dauern, sodass du das Brot abends vorbereiten und morgens frisch backen kannst.

Sobald das Volumen des Teiglings sich deutlich vergrößert hat und Bläschen an der Oberfläche zu sehen sind, ist es Zeit zu Backen. Heize den Backofen mit einem Blech auf 250 °C vor und stürze den Teigling auf das aufgeheizte Blech. Backe ihn dann für 20 Minuten an und reduziere dann die Hitze auf 180°C. Jetzt solltest du das Brot für weitere 45 Minuten ausbacken. Wenn du eine dunklere Kruste willst, dann lass‘ es einfach etwas länger im Backofen.

 

Kerniges Haselnussbrot mit leckeren Schokostückchen
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Einkorn-Nudeln (orange)

Dass Einkorn zu einem meiner Lieblingsgetreide geworden ist, liegt an seinem tollen Geschmack. Es ist zwar deutlich teurer als gängige Getreidesorten wie Weizen und Roggen, durch seine Ursprünglichkeit kann es aber auch im Bezug auf die Bekömmlichkeit punkten.

Einkorn enthält Gluten, weshalb es von Menschen mit Zöliakie gemieden werden muss. Wer aber eine Weizen-Sensitivität hat, der sollte Einkorn versuchen, da es noch nicht hybridisiert wurde und damit häufig weniger Probleme bereitet, als dies der moderne Hochleistungsweizen tut.[1]

Weil ich so gerne mit Einkorn arbeite – obwohl der Teig so unglaublich klebrig sein kann – wollte ich versuchen, einen Nudelteig aus dem Vollkornmehl zu machen. Und ich war sofort überzeugt: Das sind meine neuen Lieblingsnudeln!

Der Teig war durch die kurze Knetzeit nicht klebrig und hat sich toll verarbeiten lassen. Hier sind der Kreativität mal wieder keine Grenzen gesetzt, denn mit den richtigen Zutaten lassen sich Nudeln in den unterschiedlichsten Farben kreieren. Ich bin auf eure Resultate gespannt.

Einkorn-Nudeln mit Tomatenmark

Zutaten:

540g Einkorn-Vollkornmehl

210g Wasser

10g Apfel-Essig

20g Olivenöl

70g Tomatenmark

Zubereitung:

Mische alle Zutaten in einer großen Schüssel zusammen und verknete sie, bis ein Teig entsteht. Stürze diesen dann auf die Arbeitsfläche und knete den Teig etwa 10 Minuten von Hand. Der Teig muss relativ trocken sein, sonst bleibt er in der Nudelmaschine kleben.

Lass‘ den Teig etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen, bevor du ihn mit einer Nudelmaschine weiterverarbeitest. Wenn du keine Nudelmaschine besitzt, dann kannst du den Teig, wie meine Oma es immer gemacht hat, auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und in Bandnudeln schneiden.

Die Nudeln können direkt gekocht, oder müssen mindestens über Nacht getrocknet werden. Getrocknet halten sie sich viele Monate.


[1] https://hecker-urkorn.de/warum-urkorn-2/

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Brot mit Sauerteig backen

Brot mit Sauerteig getrieben

Ich habe ja bereits erwähnt, dass Sauerteigbrot bekömmlicher ist. Wenn das Säuern doch so viele Vorteile für uns hat, warum verschwindet diese alte Kunst dann zunehmend aus unseren Bäckereien? Ganz einfach: Zeit ist Geld!

Ein Sauerteigbrot braucht mindestens vier Stunden Zeit, wenn es ausschließlich mit Sauerteig getrieben wird. Warum sollte so viel Zeit aufgewendet werden, wenn Kneten, Formen und das Gehen lassen auch in einer Stunde gelingen kann?

Sauerteigbrote sind auch nicht so berechenbar wie ein Hefebrot und erzielt an einem kälteren Tag möglicherweise nicht so ein gutes Backergebnis wie an einem wärmeren, trockneren Tag. Auch spielt es eine Rolle, wann der Sauerteig zuletzt aufgefrischt worden ist, denn wenn er gerade erst frisches Futter bekommen hat, sind die Milchsäurebakterien viel aktiver, als nach einer Woche im Kühlschrank.

Deshalb ist jedes Sauerteigbrot einzigartig: Im Sommer wirst du dein Brot schneller backen können, als im Winter, vorausgesetzt, deine Küche ist dann wärmer 😃.

Aber genau das macht für mich den Reiz am Backen mit Sauerteig aus. Ich muss mich nicht akribisch an einen Zeitplan halten, denn wenn ich mein Brot erst zwei Stunden später backen will, dann stelle ich es zum Gehen in den Keller. Backe ich erst am nächsten Morgen, dann verlangsame ich die Fermentation, indem ich das Brot über Nacht in den Kühlschrank packe und am nächsten Morgen nochmal 1-2 Stunden ins Warme stelle.

Zusätzlich kann ich mehr oder weniger Sauerteig nehmen, denn mehr Sauerteig bedeutet, dass das Brot schneller geht. Ich habe schon alle Variationen ausprobiert:

Bei nur einem Teelöffel Sauerteig dauerte es ca. 20 Stunden, bis das Brot bereit für den Ofen war. Waren aber ca. 20% des Teigs versäuert, konnte ich – bei kuschligen 26 Grad – nach 3,5 Stunden backen.

Ich habe mindestens zehn Bücher über das Backen von Brot und habe verschiedene Techniken ausprobiert. Inzwischen backe ich aber nicht nach Rezept und versuche so wenig Arbeitsschritte wie möglich zu haben, denn meine Uroma hat es genauso gemacht.

Ich backe sehr gerne Brot, wenn ich mir aber alle 20 Minuten den Wecker stellen muss, weil ich den Teig nochmals falten soll, dann ist mir das zu nervig und zeitraubend, schließlich habe ich noch anderes zu tun.

Für mich gibt es 5 Grundregeln, an die ich mich halte und die ich für sinnvoll erachte:

  1. Sauerteig auffrischen
  2. Autolyse: Zunächst werden nur Wasser, Mehl und der Sauerteig verknetet. Die Milchsäurebakterien kommen nicht so gut mit Salz klar, weshalb ich das Salz erst 30-60 Minuten nach dem ersten Kneten hinzufüge.
  3. Mehlsorte beachten: Vollkornmehl fermentiert schneller als Weißmehl, weshalb ich meinen Sauerteig auch schon mal am gleichen Tag auffrische und dann ca. 4 Stunden später damit backe.
  4. Temperatur im Auge behalten: Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich 22 °C in meiner Küche habe, oder 26 °C. Wenn die Temperatur zu hoch ist, dann läuft die Fermentation zwar schneller ab, der Geschmack leidet meines Erachtens aber darunter. Gutes Brot braucht eben seine Zeit um einen guten Geschmack zu entwickeln.
  5. Körner einweichen: Insbesondere wer einen angeschlagen Magen/Darm hat, sollte Körner immer einweichen (ca. 8 Stunden). Wenn es mal schnell gehen muss, dann kannst du die Körner auch mit heißem Wasser übergießen, dann sind sie nach einer halben Stunde aufgequollen. Auch hier musst du die Sorte beachten: Während Sonnenblumenkerne etwa ihr Gewicht nochmal in Wasser aufnehmen können, sind es bei Sesam etwa 50% mehr als deren Eigengewicht. Flohsamenschalen nehmen sogar das 20-fache ihres Gewichts auf.

Wie das Ganze dann in der Praxis aussieht, kannst du in meinem Rezeptteil nachlesen. Probiere es einfach aus, dann wirst du feststellen, dass das Backen mit Sauerteig keine riesige Hürde ist, sondern sehr viel Spaß macht.

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Pizzateig aus Einkorn-Vollkornmehl

Da Einkorn zu meinen Lieblings-Getreidesorten zählt, darf dieses Rezept hier natürlich nicht fehlen. Der Pizzateig ist gut bekömmlich, weil Einkorn zu den Urgetreidesorten zählt und die lange Teigruhe schwer verdauliche Enzyme abbaut 😁.

Zutaten:

500g Einkornvollkornmehl

300g Hefewasser (aus dem Kühlschrank); alternativ: 5g Frischhefe ins Mehl bröseln und Hefewasser durch kaltes Wasser ersetzen

25g Olivenöl

5g (oder mehr) Salz

 

Anleitung:

Das Wasser und das Öl in eine Schüssel geben und das Mehl dazugeben. Dann alles kräftig verkneten. Wenn Einkorn zu lange geknetet wird, wird es sehr klebrig, deshalb nur so lange kneten, bis ein homogener Teig entstanden ist.

30 Minuten ruhen lassen.

Dann das Salz dazu geben und nochmals kräftig unterkneten.

Jetzt kommt der Teig in den Kühlschrank. Frühestens nach 24 Stunden (bis zu 72 Stunden ist auch überhaupt kein Problem) aus dem Kühlschrank nehmen. Weil Einkornmehl klebriger bei der Verarbeitung ist, als Weizenmehl, rolle ich den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kalt aus, damit ich ihn noch bearbeiten kann.

Dann wird er zum Belegen auf ein Blech gelegt. Wenn du den Teig zuerst warm werden lässt, lässt er sich kaum noch auf das Blech heben, außerdem klebt er dann an der Arbeitsfläche fest.

Nach Belieben belegen und 20-25 Minuten bei 180°C (Ober-/Unterhitze) backen.