Warum werde ich nicht satt?

Vielleicht kennst du das ja: Du bist unterwegs und hast jetzt, JETZT SOFORT Hunger. Also dann, wenn es zu spät ist, sich schnell zu Hause noch etwas zu zaubern. Der erste Weg führt dich möglicherweise zum Schnellrestaurant. Und nachdem du ein großes Menü mit Burger und Pommes gegessen hast, bist du total satt. Eigentlich schon so satt, dass es dir fast schlecht wird.

Das kennst du nicht? Ich schon. Denn gerade während meines Studiums war die Verlockung zu groß: Für eine Person kochen?! Das lohnt sich nicht. Auch wenn wir mit den Kindern unterwegs waren, gab es ab und an Burger oder Pommes. Aber mir, wie auch allen anderen ging es ähnlich: Nach nicht einmal einer Stunde kam der nächste Hunger. Komisch, wenn man sich anschaut, wie viele Kalorien ein solches Menü hat, dann müsste man doch fast bis zum nächsten Morgen satt sein, oder?

Weit gefehlt, denn unserem Körper ist es egal, dass das Menü so viele Kalorien hat, der interessiert sich größtenteils für die enthaltenen Nährstoffe. Und die sind bekanntlich sehr gering in einem solch opulenten Mahl. Also wird nach kurzer Zeit Nachschub angefordert, denn unser Körper braucht Vitamine und Mineralstoffe, um tadellos zu funktionieren.

Dieser Zusammenhang wurde mir erst klar, als ich mich mit der Rolle des Darms für unsere Gesundheit beschäftigte. Denn bei einem Leaky Gut kann es zu einer Mangelernährung kommen[1], wie sie auch durch häufiges Essen von Fast Food auftreten kann. Dass eine nährstoffarme Ernährung die Entstehung von Leaky Gut begünstigt, hatte ich an anderer Stelle bereits erwähnt.  

Vollkornbrot liefert wichtige Ballaststoffe, die lange satt halten.

Ich möchte hier nochmal betonen, dass ich kein Arzt bin. Ich habe mich aufgrund diverser Nahrungsmittelunverträglichkeiten meiner Kinder sehr eingehend mit dem Thema beschäftigt und das Gelesene immer wieder mit unserem Arzt besprochen, um die Probleme (Ausschlag, Bauchschmerzen, …) in den Griff zu bekommen. Wen das Thema interessiert, der muss sich größtenteils mit englischsprachiger Literatur befassen, in Amerika beispielsweise ist die Forschung schon so weit, dass Depressionen mit Probiotika[2] behandelt werden, oder Stuhl transplantiert wird, sodass eine kranke Person die nützlichen Darmbakterien einer gesunden Person bekommt.[3]

Als mir klar wurde, dass meine Kinder die im Essen enthaltenen Nährstoffe gar nicht aufnehmen konnten, weil ihre Darmflora gestört war, begann ich, ihnen natürliche Probiotika (Kefir, Sauerkraut, …) zu geben. Plötzlich schien es, als würden sie gar nicht mehr satt werden. Obwohl sie reichlich – wirklich sehr viel – aßen, klagten sie nach kurzer Zeit über Hunger.

Ich habe darauf geachtet, dass sie viel frisches Gemüse und zu jeder Mahlzeit etwas Probiotisches zu sich nahmen, womit die Verdauung unterstützt wurde. Nach und nach wurden sie auch wieder satt. Gleichzeitig merkte ich eine Veränderung in ihrem Hautbild, denn meine sonst so blassen Kinder bekamen rote Bäckchen. Mein persönliches Fazit war, dass ihr Körper nun wieder in der Lage war, Nährstoffe aufzunehmen, was sich auch an ihrer Verdauung bemerkbar machte.

„Eat the rainbow“ – Bunt und vielfältig essen

Ich selbst habe in den letzten Wochen eine ähnliche Erfahrung gemacht, denn ich hatte s t ä n d i g Hunger. Natürlich auf Schokolade 😉. Jede Woche höre ich den Podcast von Donna Schwenk, die sich auch sehr eingehend mit dem Mikrobiom beschäftigt. Und sie sagte in einer Folge, dass die Lust auf Schokolade auf einen Magnesiummangel hindeuten kann. Dieser kann zum Beispiel durch zu viel Stress entstehen.[4]

Ich hatte zu der Zeit sehr viel zu tun und fühlte mich auch wie unter Strom. Mein ständiges Hungergefühl habe ich dann mit magnesiumreichen Nahrungsmitteln in Schach gehalten (Heidelbeeren mit Kefir zum Frühstück, Walnüsse, Spinat, …) und habe gemerkt, dass es mir sehr gut getan hat. Mein Körper hat also nach diesem Mineralstoff verlangt, bis er ihn bekommen hat 😃.

Dass magnesiumreiche Nahrungsmittel auch helfen können, den Blutdruck zu senken, diese Erfahrung hat meine Mama für sich gemacht, nachdem sie anfing, Kefir zu trinken und ballaststoffreicher zu essen. Das heißt, unser Körper verlangt nach dem, was er braucht. Und zwar so lange, bis er es bekommt 😊.


Kennst du das auch? Schreib‘ mir doch deine Erfahrung!

[1] https://www.functionalmedicineuniversity.com/public/829.cfm

[2] https://www.psychiatryadvisor.com/home/depression-advisor/the-way-to-the-head-may-be-through-the-gut-probiotics-for-depression/

[3] https://www.hopkinsmedicine.org/gastroenterology_hepatology/clinical_services/advanced_endoscopy/fecal_transplantation.html

[4] https://www.culturedfoodlife.com/the-mineral-that-saved-my-life/

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