Leaky Gut – Was tun?

Ohne genau zu wissen, ob das meinen Kindern helfen würde, versuchte ich einerseits Speisen zuzubereiten, die gut bekömmlich waren und andererseits den angeschlagenen Darm meiner Kinder wiederaufzubauen. Es hieß also: Diät halten. Das war gar nicht so einfach, denn die Nahrungsmittel, die die beiden nicht vertrugen, mussten gemieden werden. Das komplette Auslassen von Milch in allen Variationen und Fruchtzucker war unmöglich: Selbst Karotten, Kartoffeln oder Tomaten enthalten Fruktose…

Erste Phase – Schonkost

In der ersten Woche gab es jeden Tag eine Rinderbrühe. Diese wird ja traditionell auch bei anderen Magen-Darm-Beschwerden verabreicht. So haben meine Kids mehr Flüssigkeit aufgenommen (ans Trinken muss ich sie immer erinnern) und ihr Darm hat sich durch die leicht verdauliche Kost beruhigt. Morgens gab es ein Porridge, wobei ich die Haferflocken über Nacht in Wasser eingeweicht habe, damit sie nicht erst im Magen/Darm aufquellen. Dazu gab es ein bisschen Obst (Banane ist sehr gut verträglich). Als „Nachtisch“ habe ich den beiden ein Espresso-Tässchen voll Kefir gegeben, denn Kefir enthält sehr viele gute Bakterienstämme.[1] Mittags gab es Kartoffeln mit gedünstetem Gemüse, an manchen Tagen mit magerem Rindfleisch, Nudeln mit Tomatensoße, oder diverse Suppen/Eintöpfe. Wenn ich Hülsenfrüchte gemacht habe, dann habe ich diese über Nacht eingeweicht und gut abgespült, so gab es danach auch keine Bauchschmerzen. Am Abend gab es Sauerteigbrot mit Guacamole, oder Gemüseaufstrichen. Danach gab es wieder ein Espresso-Tässchen voll Kefir. Ich habe es vermieden, abends Rohkost zu geben, da diese schwer verdaulich ist. Diese gab es als Zwischenmahlzeit mit in die Schule/den Kindergarten.

Zweite Phase – Den Darm wieder aufbauen

Wahrscheinlich hätte es keine drei Wochen gedauert, bis wir deutliche Verbesserungen gesehen hätten, denn es gab dann zwischendurch doch mal ein Stück Apfel, oder ein Brot mit Käse. Aber nach diesen drei Wochen klagte mein Sohn nicht mehr ständig über Bauchschmerzen, oder lief vier Mal am Tag zur Toilette, weil er Durchfall hatte. Nach und nach gab es immer mehr Nahrungsmittel, die zunehmend besser vertragen wurden. Wichtig schien, dass es zu jeder Mahlzeit ein probiotisches Getränk, oder ein Dressing beispielsweise auf Kefir-Basis gab. Später habe ich gelesen, dass die guten Darmbakterien dabei helfen, das Essen zu verdauen – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

In der ersten Phase war die Nahrungsmittelauswahl sehr gering. Vollkorn oder große Portionen Hülsenfrüchte bereiteten noch Probleme. Nach den ersten drei Wochen war es aber wichtig, dass der Körper wieder mehr Ballaststoffe bekommt. Diese sättigen und liefern sogenannte Präbiotika: Futter für die guten Darmbakterien. Der Körper schien sich nach diesen drei Wochen umgestellt zu haben, denn meine Kinder wollten alles an Nährstoffen, die sie durch den durchlässigen Darm nicht aufnehmen konnten, dann schnellstmöglich aufholen: Sie hatten so großen Hunger, dass sie gar nicht satt wurden. Ich habe dann trotzdem darauf geachtet, dass der Magen auch mal eine Pause bekam, sodass das Essen auch verdaut werden konnte.

Und jetzt?

Heute können beide soweit wieder alles an Essen vertragen. Ich verzichte immer noch auf Haushaltszucker, denn der ist generell sehr schlecht für den Darm. Natürlich muss es dann hier auch Ausnahmen geben, wie an Weihnachten, oder Geburtstagen. Danach gibt es aber auch immer ein bisschen Kombucha, Kefir, oder Rote-Bete-Kvass, damit die negativen Auswirkungen des Zuckers sich in Grenzen halten. Als Leckerei sind meine Kinder mit einem Nachtisch aus Beeren und Joghurt, oder einer pürierten Avocado-Bananen-Mousse immer sehr glücklich . Sie essen auch gerne getrocknete Apfelringe – auch hier aber nicht zu viele, denn sie haben durch das Dörren viel Zucker. Hast du auch Erfahrungen mit Leaky Gut? Wie konntest du die Symptome lindern?

Kulturgut
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