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Hunsrücker Wasserspatzen mit Speck-Sahne-Soße

Nach ewigen Zeiten – es sind schon etwas mehr als drei! Monate – komme ich mal wieder dazu, hier einen Blogbeitrag zu veröffentlichen. All meine guten Vorsätze für 2020 waren dank Corona erst einmal dahin. Es herrschte Ausnahmesituation in allen Bereichen, denn plötzlich waren wir zu fünft zu Hause und sollten trotzdem so gut als möglich arbeiten. Von Entschleunigung war da keine Rede.

Auch die schrittweise Lockerung führte bei mir eher zu Terminstress, als dass zumindest eine Art Routine einkehren konnte. Aber es scheint nicht nur mir so zu gehen, dass die jetzigen Umstände kräftezehrend sind. Vielleicht hätte ich zählen sollen, wie oft mir gegenüber in den letzten Wochen die Lust auf Süßes geäußert wurde. Jeder braucht im Moment Nervennahrung, gerade weil noch ungewiss ist, wie lange die jetzigen Umstände noch andauern.

Ich muss zugeben, dass ich trotz besserem Wissen auch öfters dem Drang nach Zucker nachgegeben habe. Bereut habe ich es relativ schnell, weil ich es einfach nicht vertrage – meine Haut sagt mir das dann sehr deutlich… Als ich dann heute noch gelesen habe, dass sich ein positiver Essenstrend gerade wieder umkehrt und vermehrt zu verarbeiteten Lebensmitteln gegriffen wird, dachte ich mir, dass das an sich ja gar nicht ungewöhnlich ist: In Zeiten der Krise braucht man Halt und Dinge, die einem vertraut sind.

Deshalb habe ich heute beschlossen, eines meiner Comfort-Foods zu kochen. Ohne Vollkorn, nicht fettarm, nicht paleo, vegetarisch, oder vegan – einfach ein Gericht, das mich an meine Kindheit erinnert und das immer lecker war: Wasserspatzen mit Speck-Sahne-Soße. Ernährungstechnisch der Vollkornvariante unterlegen, aber egal.

Hier das Rezept:


Zutaten für die Wasserspatzen:

900g Dinkelmehl 630

6 Eier

400-450g Mineralwasser (abhängig von der Größe der Eier)

Salz

Zutaten für die Speck-Sahne-Soße:

400ml Sahne

100g Bacon

3 Zwiebeln

Zubereitung:

Bereite die Wasserspatzen idealerweise am Morgen zu, indem du alle Zutaten mit einem Handrührgerät zu einem homogenen Teig verknetest. So kann das Mehl noch verquellen und die Wasserspatzen werden luftiger.

Bring am Mittag 3 Liter Wasser zum Kochen. Füg etwas Salz hinzu und reduziere dann die Temperatur etwas, sodass das Wasser nicht mehr kocht. Gib 10-12 Spatzen mit zwei Teelöffeln ins heiße Wasser. Sie sinken zunächst zu Boden, steigen dann aber an die Wasseroberfläche. Wenn sie oben schwimmen, warte noch etwas, sodass sie wirklich durch sind. Nimm sie mit einem Schöpflöffel aus dem Wasser und gib die nächste Portion ins Wasser.

Während du die Wasserspatzen kochst, kannst du die gehackten Zwiebeln und den kleingeschnittenen Bacon in einer Pfanne anbraten. Lösch mit der Sahne ab, sobald die Zwiebeln glasig sind und der Bacon knusprig ist. Koch die Soße auf mittlerer Hitze, bis sie schön cremig ist. Salz ist nicht nötig, weil der Bacon ausreichend Salz enthält.

Serviere die Wasserspatzen mit der Speck-Sahne-Soße und frisch gehacktem Schnittlauch. Alternativ gibt es bei uns eingekochtes Obst dazu.

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Uji – das kenianische Porridge (glutenfrei)

uji_kenianischesporridge

Dass Porridge der ideale Start in den Tag für mich ist, hatte ich bereits erwähnt. Egal ob als Overnight Oats, oder als gekochter Haferschleim – dieses Frühstück hält lange satt, weil es viele Ballaststoffe enthält. Zusätzlich ist es durch die Zugabe von Früchten und Nüssen sehr vielseitig. Weil Volker von volkermampft im Rahmen seiner kulinarischen Weltreise zurzeit einen Stopp in Kenia macht, habe ich mit Uji das kenianische Pendant ausprobiert.

Weil ich noch nie in Kenia war, wollte ich ein Gericht finden, das einfach ist, denn ob der Geschmack authentisch ist, kann ich ja nicht wirklich beurteilen. So stieß ich – auf der Suche nach traditionell fermentierten Lebensmitteln – auf Uji. Bekanntlich macht die Fermentation Getreide und Hülsenfrüchte wesentlich bekömmlicher, so wird auch bei Uji das verwendete Pseudogetreide (Mais, Hirse, Reis, …) vor dem Verzehr fermentiert.

Ich habe verschiedene Varianten gefunden, bei denen einige Uji wie ein Porridge einfach aufgekocht und dann gegessen haben. Weil das schwer verdauliche Getreide aber in vielen Kulturen traditionell eingeweicht wurde, habe ich mich für diese Variante entschieden. Die Fermentation stellt ja eine Art Vorverdauung dar, sodass gerade Menschen mit empfindlichem Magen/Darm diesen Schritt nicht auslassen sollten.

Hier nun mein Rezept für 1 Portion:


Zutaten:

3 EL Maismehl

2 EL Amaranth

2 Tassen Wasser

Früchte nach Wahl

Nüsse / Mandeln nach Wahl

Gewürze wie Zimt, Ingwer, Kardamom

Vorbereitung:

Weiche das Pseudogetreide für mindestens zwei Tage ein. Wenn du regelmäßig Uji essen willst, dann nimmst du immer vor dem Kochen einen Teelöffel des fertig fermentierten Pseudogetreides ab und rührst damit deine nächste Portion an. Mit diesem Starter sind Mais und Amaranth schon nach einem Tag fermentiert.

Gib‘ das Gemisch aus Amaranth, Maismehl und Wasser in einen kleinen Topf und erhitze es. Wenn es kocht, kannst du die Hitze reduzieren, bis dein Uji nur noch simmert. Es soll eine zähflüssige Konsistenz haben.

Nimm dein Uji nun vom Herd und warte einige Minuten, es dickt noch nach. In der Zeit kannst du deine Früchte nach Wahl vorbereiten und die Nüsse oder Mandeln etwas klein hacken. Ich habe einen Apfel in Stücke geschnitten und mit Zimt und etwas frischem, klein gehackten Ingwer gewürzt. Fertig ist dein gesundes Frühstück, das dich lange satt hält.

Wenn du den säuerlich, herben Geschmack – der durch die Fermentation entsteht – nicht magst, dann weiche Mais und Amaranth erst am Vorabend ein.

Falls ihr noch mehr Ideen aus der kenianischen Küche haben wollt, dann schaut mal bei den Mitreisenden vorbei – es lohnt sich 😊:

Chili und Ciabatta: Kenianisches Koriander-Lamm mit Kokos-Chapati

Küchenlatein: Eier-Curry Kenia-Stil


Chili und Ciabatta: Kuku Paka (kenianisches Kokosnuss-Hähnchen) mit Kokosnussreis


Fränkische Tapas: Sambusa mit fränkischer Jura-Lamm-Gemüsefüllung


zimtkringel: Sakuma Wike


Backmaedchen 1967: Mandazi kenianische Donuts


Brittas Kochbuch: Saitanragout mit Mataha und Sukuma wiki


Pane-Bistecca: Kuku Paka – Kenyan Chicken Curry


magentratzerl: Mais de Mombasa


Chili und Ciabatta: Viazi Karai – kenianischer Kartoffel-Snack mit Chili-Tamarinden-BBQ-Sauce


Küchenmomente: Kenianischer Bananenkuchen mit N´Dizi


Labsalliebe: Cessbaar mit Pilipili Ya Papaya -Kochbananen Küchlein mit Papaya-Chili-Sauce


Volkermampft: Karanga – Kenianisches Rindergulasch

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Luftige Käsewaffeln aus Emmer-Vollkornmehl

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Blogevent

Ich hatte fast schon befürchtet, dass ich am Blogevent von Katharina (kuechentraumundpurzelbaum) und Zorra (Kochtopf) nicht teilnehmen kann. Mein erster Versuch, süße Waffeln ohne Zucker herzustellen, ist gründlich gescheitert. Deshalb habe ich mich an einer herzhaften Variante probiert, die schlussendlich die ganze Familie überzeugt hat. Deshalb serviere ich heute luftige Käsewaffeln aus Emmer-Vollkornmehl.

Beim Getreide ist die Wahl heute mal wieder auf das Urkorn Emmer gefallen. Emmer wird auch „Zweikorn“ genannt und ist eine Urform des heutigen Weizens. Aufgrund seiner Ursprünglichkeit wird er von denen, die Probleme mit modernem Weizen haben, häufig gut vertragen. Zusätzlich habe ich den Teig lange verquellen lassen, was die Bekömmlichkeit nochmals verbessert.

Damit die Käsewaffeln nicht wie Backsteine werden, habe ich zwei Fermente eingesetzt, die als natürliche Backtriebmittel dienen. Wer kein Hefewasser oder Kefir hat, der nimmt Sprudelwasser und Buttermilch. Ich kann aber jedem nur empfehlen, sich eine Kefirknolle zuzulegen. Sie ist ein genügsames Haustier und Kefir steckt voll nützlicher Probiotika.

Hier nun das Rezept:


Vorbereitung am Vortag (Starter):

50g Emmer-Vollkornmehl mit

50g Hefewasser

vermischen und bei Raumtemperatur stehen lassen.

Alternativ: Diesen Schritt auslassen und die Mehlmenge dem Teig hinzufügen. Hefewasser durch Kefir ersetzen.

Zutaten für 15 kleine Waffeln:

250g Emmer-Vollkornmehl

250g selbstgemachter Kefir

Starter

4 Eier

80g Emmentaler

1 TL getrockneter Basilikum

1 Prise Salz

Zubereitung:

Sobald der Starter Blasen wirft, ist er bereit für den Einsatz. Vermische den Starter mit dem Mehl und dem Kefir und lass‘ das Gemisch etwa 4 Stunden bei Raumtemperatur stehen. Füge nun die anderen Zutaten hinzu, sodass ein homogener Teig entsteht.

Erhitze nun das Waffeleisen und backe die Waffeln aus. Ich habe dazu Endiviensalat serviert, kann mir aber auch gut vorstellen, die Waffeln als Snack mitzunehmen.

Luftige Käsewaffeln aus Emmer-Vollkornmehl
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Spätzle nach Hunsrücker Art: Wasserspatzen

Spätzle nach Hunsrücker Art: Wasserspatzen

Selbstgemachte Spätzle schmecken zu allerlei Gerichten. Sie sind als Beilage zu deftigen Sonntagsbraten beliebt, oder werden mit Zwiebeln und Speck im Ofen mit Käse überbacken. Spätzle sind aber auch trocken, ohne alles ein Hochgenuss – zumindest wenn man meine Kinder fragt 😏.

Hier im Hunsrück sind hausgemachte Spätzle in anderer Form bekannt und beliebt: Wasserspatzen haben als Basis den klassischen Teig, werden aber mit einer Speck-Sahnesoße und frischem Obst serviert. Varianten gibt es dazu zahlreiche, denn in manchen Häusern werden dazu Kartoffeln serviert. Andere lassen die Soße weg und schwenken sie stattdessen in Butter und beträufeln sie mit angeröstetem Paniermehl.

Solche Gerichte sind für mich immer toll, weil sie einfach in der Herstellung sind und meine Kinder diese LIEBEN 🥰. Der Teig kann auch hervorragend vorbereitet werden und dann bis zur Herstellung der Wasserspatzen im Kühlschrank bleiben. Dann dauert es keine halbe Stunde, bis das Mittagessen auf dem Tisch steht.

Hier das Rezept:


Zutaten für die Wasserspatzen:

450g Mehl (ich habe Khorasanvollkornmehl genommen, du kannst auch normales Weißmehl nehmen, musst dann aber die Flüssigkeitsmenge etwas anpassen)

2 Eier

125g Kefir (alternativ: Milch)

175ml Sprudel

1 Schluck Hefewasser (optional)

Salz

Pfeffer

Zutaten für die Soße:

250ml Sahne

100g Bacon

1 Zwiebel

Salz

Pfeffer

Zubereitung:

Gib‘ alle Zutaten für die Wasserspatzen in eine Schüssel und verknete sie gut. Es sollte ein dickflüssiger Teig entstehen, der gut weiterverarbeitet werden kann. Stelle den Teig nun beiseite und lasse ihn quellen.

Stelle nun eine Pfanne auf den Herd und erhitze diese. Ziehe die Zwiebel ab und hacke sie grob. Schneide den Bacon in dünne Streifen und gib‘ ihn mit der Zwiebel in die Pfanne. Röste beides ohne Fett an, denn dieses tritt beim Anbraten des Bacon aus.

Lösche mit der Sahne ab und würze mit Pfeffer und Salz. Während die Soße auf kleiner Flamme einreduziert, bereitest du die Wasserspatzen zu. Bringe einen große Topf mit Salzwasser zum Kochen und reduziere dann die Hitze, sodass die Spatzen im Wasser sieden können.

Nimm nun zwei Teelöffel und forme daraus die Spatzen, indem du mit dem einen Löffel den Teig aus der Schüssel nimmst und diesen mit dem anderen Löffel in das Wasser abstreichst. Wenn die Spatzen an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig. Ich schrecke sie mit kaltem Wasser ab, damit sie nicht kleben und schwenke sie kurz in Butter, damit sie warm sind.

Serviert werden die Wasserspatzen mit der Soße und eingekochtem Obst, oder einem grünen Salat.